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Drachenwut's Politikblog

Freies Konsensfindungs-Forum

"Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.

Thomas J. Dunning (1799 - 1873)
London 1860



multipolare Weltordnung
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Spannende Zeiten, wir erleben gerade die

Geburtsstunde einer
multipolaren Weltordnung

Ein scharf beobachteter, schlüssig gefolgerter und ansprechend in einem Gleichniss dargestellter Artikel.....

von Analitik [0]
13.10.2016

Heulecke

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Eine grossartige Analyse der Vorkommnisse der letzten 3 Wochen des Syrienkrieges (18.09.2016 -13.10.2016)...ein Text den man nicht so leicht vergisst, schon wegen des aussergewöhnlichen Bildes, "Versammlungssaal des Königs und Zombie Realität".

Da diese geopolitische aktuelle Analyse vom Feinsten ist, alle Puzzlesteine zu einem grossen Ganzen zusammenfügt und weitgehend meinen eigenen Erkenntnissen entspricht, habe ich diesen Beitrag von "Analitik", leicht gekürzt und mit weiteren Links versehen übernommen.

dragaoNordestino

Willkommen in der multipolaren Welt

Haben Sie es mitbekommen? Die Welt ist jetzt eine andere. Sie haben ein Stück bedeutender Zeitgeschichte erlebt. Dabei haben Sie als einfacher Bürger mit einiger Wahrscheinlichkeit nichts davon mitbekommen. Sie gehen wie gewohnt zur Arbeit, fahren wie gewohnt einkaufen, schauen wie gewohnt die Abendnachrichten. Alles ist beim Alten. Dabei leben Sie bereits in einer anderen Welt. Gleich erleben Sie die Geburtsstunde der multipolaren Welt. Eine Geburt ist lang und antrengend, also decken Sie sich mit Geduld ein.

Dieser Artikel knüpft nahtlos an den Artikel, "Syrien: Die Masken sind gefallen"[1] an. Kürzestzusammenfassung: Die USA haben sich als Unterstützer und Väter des Terrorismus derart offenbart, dass Russland dazu übergegangen ist, die USA offen der Terroristenunterstützung zu beschuldigen.

Wir sind an dem Moment angelangt, wo der Ruf „Der König ist nackt!“ erschallt. Alle haben es vorher schon gesehen, aber niemand wagte es auszusprechen und weil es niemand auszusprechen wagte, mussten alle so tun, als ob alles anders wäre.

Das muss man etwas präzisieren. Im Märchen reicht es aus, dass ein Junge die Wahrheit ausruft, damit die heile Welt wieder einkehrt. In der Realität gibt es längst viele Jungs, die die Wahrheit ausgerufen haben. Journalisten, ehemalige Agenten, Blogger. Aber der König qualifiziert sie als Verschwörungstheoretiker ab und die Herzöge und Grafen und Gesandten preisen weiter die tollen Kleider des Königs. Diejenigen, die die Kleider nicht preisen, sagen, dass das Kleid ein wenig schief sitzt, aber niemand spricht offen aus, dass der König nackt ist. Das politische Theater geht weiter. Wozu diese virtuelle Realität? Weil der König ein Schwert hat. Jeder Herzog und Graf, der die Nacktheit des Königs offen zum Ausdruck bringt, riskiert es, den Kopf zu verlieren. Politik ist ein Machtspiel. Niemand aus der oberen Riege ist bereit, sich enthaupten zu lassen, nur um die Wahrheit auszusprechen. Wer eine solche Bereitschaft hat, wird schon auf den ersten Stufen der politischen Karriereleiter geköpft. Wer es nach oben geschafft hat, hat dabei zwangsläufig gelernt, das Theater mitzuspielen. Das Ziel besteht darin, irgendwann selbst das Stück zu schreiben, das gespielt wird.

Was kleine Jungs im Volk sprechen, ist im Versammlungssaal des Königs irrelevant. Hier zählt nur, was die Herzöge und Grafen sagen – sie bestimmen hier mit dem König die politische Realität.

An diesem Punkt steigen wir mit der Analyse ein und schauen uns an, was im Versammlungssaal des Königs – in der Weltpolitik – passiert ist.

18. September 2016, Sprecherin des russischen Außenministeriums Zacharowa:

Nach den heutigen Schlägen gegen die syrische Armee kommen wir zu einem, für die gesamte Welt erschreckenden, Schluss: Das Weiße Haus verteidigt den IS. [2]

Das ist eine politische Atombombe. Warum wurde sie eingesetzt? Zur Erinnerung, am 9. September wurde zwischen USA und Russland ein Deal ausgehandelt, um Al Nusra zu eliminieren. Das Pentagon hat offen dagegen rebelliert. Die Zusammenarbeit hätte am 12. September beginnen müssen, die gemeinsamen Luftschläge gegen Nusra am 20. September. Am 18. September kam der erste Sabotageakt der USA, als eine Stellung der syrischen Armee massiv von den USA gebombt wurde und der IS dabei in eine Grossoffensive an diesem Frontabschnitt übergingt. [3] Bei diesem Angriff kamen möglicherweise auch russische Soldaten ums Leben.

Das würde die Meldungen erklären, dass Russland am 20. September ein Stabquartier westlicher Agenten in Syrien mit Lenkraketen auslöschte und dabei 30 Agenten der USA, Israels, Großbritaniens und anderer IS-Helfer getötet wurden. [4] Dass man diese Meldungen weit von der russischen und westlichen Presse platziert, so dass sie nur in Form von Gerüchten bei uns ankommt, ist normal. Keine Seite gibt ihre Verluste freiwillig in der Öffentlichkeit zu.

Wenn wir von Verlusten der USA oder Israels oder Russlands erfahren, dann nur, weil die Geheimdienste der Gegenseite einen entsprechenden Leak organisiert haben und die Beweise so lange in die Öffentlichkeit reindrücken, bis sich die Weiterverbreitung verselbstständigt hat. Nicht mal der Abschuss der russischen SU 24 durch die Türkei wäre öffentlich geworden, wenn der Westen es nicht aktiv öffentlich gemacht hätte. Aber das nur als Randnotiz, um zu verstehen, warum uns hier ein Puzzlestück dessen fehlt, was in Syrien passiert. Russland und die USA fügen sich mit großer Wahrscheinlichkeit schon direkt Verluste im Syrienkrieg zu, aber beide Seiten halten das geheim.

Im Versammlungssaal des Königs, in der virtuellen politischen Realität, dürfen die direkten Kriegszusammenstösse von Russland und USA auf keinen Fall zum Thema werden, weil das nach den Spielregeln der Politik eine nicht kontrollierbare Eskalationsspirale auslöst. [5] Also unterdrückt man auf beiden Seiten die Information über diese Zusammenstösse. Für die virtuelle politische Realität im Versammlungssaal sind diese Zusammenstösse gleichwohl von äusserst entscheidender Bedeutung, weil sie Anzeichen von Stärke, Schwäche, Entschlossenheit, Risikobereitschaft usw. beinhalten.

Wir halten fest:

dass Russland am 18. September die Eskalationsleiter hochklettert, indem es den USA offiziell Terrorunterstützung vorwirft. „Der König ist nackt!“ wird jetzt nicht von irgendeinem Jungen gerufen, den man als geistig behindert abstempeln kann. Der Ruf kommt von einem Herzog und die Anwesenden im Saal können das nicht mehr ignorieren.

Die ersten Herzöge reihen sich vorsichtig hinter Russland ein. Ausgerechnet Deutschland veröffentlicht am 26. September ein Interview, in dem ein Al Nusra Kommandeur offen über die Unterstützung der USA schwadroniert. [6] Im Artikel wird dann auch die Frage gestellt: „Unterstützen die USA Al Qaida?“ Hoho! Das ist natürlich keine offizielle Stellungnahme der deutschen Regierung, sondern nur die „freie“ Presse. Und man hat diesen Knaller in einem unbedeutenden Pressemedium (Kölner Stadt-Anzeiger) versenkt, damit er nicht zu viel Staub aufwirbelt. Aber das ist schon eine Ansage. Deutschland testet damit die USA. Je aggressiver die Reaktion des Herren, desto vorsichtiger muss Deutschland seine Fesseln lösen. Je lahmer die Reaktion, desto entschlossener kann Deutschland sich befreien. Das herauszufinden, ist der große Zweck des Artikels im Kölner Stadt-Anzeiger.

Am 20. September kommt ein UN-Hilfskonvoi unter sonderbaren Umständen zu Schaden. [7] Die USA entfachten unter diesem Vorwand eine riesige Medienkampagne gegen Russland und heizten die Stimmung an, um den Deal vom 9. September anzugreifen.

Ende September 2016 schlagen die USA zu

Am 27. September warnt US-Verteidigungsminister Carter vor der drohenden Gefahr eines Atomkrieges und verkündet, dass die nukleare Erstschlagdoktrin der USA in Kraft bleibt. Eine Drohung mit dem Atomkrieg. [8] Und Kirby, der Sprecher des US-Außenministeriums, kündigt am 28. September an, dass die Terroristen in Syrien Russland angreifen werden, russische Flugzeuge, russische Soldaten, russische Städte. Nachdem also Russland die USA offiziell der Terrorunterstützung beschuldigt hat, drohen die USA mit Atomkrieg und erteilen ihren Terroristen in der Öffentlichkeit den Befehl, Russland anzugreifen. [9] Damit klettern die USA auf eine neue Stufe der Eskalationsleiter.

Das ist ein Spiel. Beide Seiten erhöhen die Einsätze, bis einer nicht mehr weiter erhöhen kann oder sich nicht mehr traut, weiter zu erhöhen. Das ist die Eskalationsspirale. Wer aussteigt, hat verloren, gibt sich geschlagen. Je höher man die Eskalationsleiter hochklettert, desto anstrengender wird es für beide Konfliktparteien. Bevor man hochklettert, überlegt man sich daher, ob man selbst die neue Anstrengung aushalten kann, wie der Gegner wohl mit der neuen Stufe umgehen kann, ob und wie der Gegner noch eine Stufe höher klettern kann und wie gut man selbst und der Gegner die neue Stufe verkraften können. Man muss mehrere Schritte voraus denken. Wenn man denkt, dass es der Gegner es auf der nächsten oder übernächsten Stufe besser haben wird, als man selbst, sollte man nicht eskalieren. Aber man kann in diesem Spiel auch bluffen…

Was in diesem Spiel passiert, muss man sich bildlich veranschaulichen, damit man spürt und begreift, was eigentlich vor sich geht. Herzog Russland sagt also im Versammlungssaal, dass König USA die Terroristen unterstützt. Ein Raunen geht durch die Menge. In der Tasche von Herzögin Deutschland quackt ein Frosch, dass er Beweise dafür hat, dass die USA tatsächlich Terroristen unterstützen. (Das ist das Raunen in Deutschland, in jedem Land wird natürlich etwas eigenes geraunt.) König USA zeigt derweil auf einen brennenden Laster und schreit: „Du hast das angezündet!“ Herzog Russland sagt: „Nö. Wir haben hier Videoaufnahmen von deinen Terroristen am Laster und von deinen Kampfdrohnen über dem Laster.“ Der König schreit: „Du bist schuld an allem! Die Terroristen werden dich fressen! Und ein Atomkrieg kann dich auch ereilen!“ Und ein paar Tage später, am 3. Oktober, sagt der König: „Unser Deal zur Bekämpfung dieser Terroristen ist übrigens nichtig“. Und als Antwort gibt es eine schallende Ohrfeige von Herzog Russland. So schallend, dass alle im Saal erstarren.

Auf die Eskalation der USA, die am 3. Oktober ihren Schlusspunkt findet, kommt blitzschnell die Antwort von Russland. In Form einer neuen Eskalationsstufe. Schauen wir uns das, und die Reaktion der USA, im Detail an.

3. Oktober 2016. Russland zieht sich aus dem Plutonium-Vertrag zurück.

Es geht um die Vernichtung von jeweils 34 Tonnen hoch angereichertem, waffenfähigem Plutonium. Aber das ist gar nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass Russland dazu sagt: Wir können den Vertrag gerne wieder reaktivieren, nachdem die USA drei Bedingungen erfüllen:

  1. Die NATO aus Osteuropa abziehen.
  2. Alle Sanktionen gegen Russland aufheben und Reparationszahlungen für alle Sanktionen und alle Gegensanktionen zahlen.
  3. Aufzeigen, wie die USA selbst den Vertrag erfüllen können.
In dieser Reihenfolge. [10] [11]

Veranschaulichen wir uns das bildlich. Herzog Russland sagt zum König: „Dieses waffenfähige Zeug, das wir beide abbauen wollten, weil wir angeblich Freunde geworden sind, dieses Zeug lassen wir mal schön liegen, wo es gerade ist. Und wenn du willst, dass wir uns das wieder anschauen, musst du dich vor uns auf die Knie stellen, deine Sünden gestehen, deine Armeen aus unserer Nachbarschaft abziehen und uns einen Lastwagen voll Gold herüberkarren. Und wenn du dann noch zeigst, dass du in der Lage bist, deinen Teil des Plutoniums zu zerstören, können wir wieder darüber reden, dass wir gemeinsm Plutonium zerstören“.

Genau das sagt Russland den USA am 3. Oktober, eingepackt in bürokratisch-diplomatischen Jargon. Das sagt Herzog Russland zum König USA, während alle anderen Herzöge und Grafen und Barone aus aller Welt drum herum stehen und ohnehin schon gebannt schauen, was zwischen Russland und USA passiert. Das ist kein Trolling mehr, das ist eine Ohrfeige.

Um die Bedeutung dieses Tages symbolisch zu unterstreichen, entlässt Wladimir Putin noch an diesem 3. Oktober eine Herde Prschewalski-Pferde in die Freiheit. [12] Was soll die Sache mit den Pferden?

Das Prschewalski-Pferd, ein asiatisches Wildpferd, war in freier Wildbahn bereits ausgestorben. Mit den Exemplaren, die in den Zoos überlebt haben, hat man ein Auswilderungsprogramm gestartet, um diese Tiere, die der Mensch der Natur nahm, der Natur wieder zurück zu geben. Putin hat an diesem Prozess teilgenommen, indem er die Tore geöffnet hat und die Pferde aus dem Gehege in Richtung Freiheit lockte. Warum hat sich Putin beeilt, noch am 3. Oktober, bei Sonnenuntergang, diesen Termin wahrzunehmen? Man muss die Symbole lesen: Freiheitsliebendes, ungezähmtes Wesen, fast verschwunden von der Erde, ist dank großer Bemühungen wieder da. Und es wird in die Freiheit entlassen. Raus aus der Gefangenschaft und in die Freiheit. Das ist nur vordergründig eine Geschichte von Pferden, in Wirklichkeit erzählt uns Putin eine Geschichte von Russland.

Wir schreiben noch immer den 3. Oktober. Der Hofberichterstatter New York Times über das russische Ultimatum. Die Form der Berichterstattung ist bemerkenswert. Aussetzung des Plutonium-Vertrags wird schon in der Schlagzeile angekündigt. Im langen Text folgt die übrige Grütze über böse Russen und ganz am Ende, ganz kurz, wird das Ultimatum erwähnt. [13]

It seems unlikely that the two countries will resume cooperation on plutonium soon. The Kremlin first wants the removal of all economic sanctions and compensation for the damage they have caused; the repeal of the Magnitsky Act, which allows Americans to freeze the assets of Russian officials thought to have been involved with human rights violations; and reductions in the American military presence in countries that joined NATO after Sept. 1, 2000.
Bildlich: Der Berichterstatter des Königs macht nach dem russischen Ultimatum bekannt, dass Russland sich aus dem Plutonium-Vertrag zurückzieht. Der Berichterstatter erwähnt lang und breit, dass Russland böse ist und fügt am Ende, mit Seitenblick auf den König, hüstelnd und flüsternd hinzu, dass eine Reaktivierung des Vertrages wohl nicht zu erwarten sei, weil Russland noch diese drei dreisten Bedingungen gestellt hat.

Das ist wichtig. Wenn sein Berichterstatter es ihm auf englisch vorgelesen hat, kann der König später nicht behaupten, er hätte das Ultimatum nicht mitbekommen oder hätte es eh nicht verstehen können, weil es auf russisch vorgetragen wurde. Nein nein, die Bedingungen wurden für alle sichtbar dem König verlesen. Und einen Tag später legt Bloomberg nach und befasst sich eingehend mit den drei Forderungen, die nun schon in der Überschrift offen als Ultimatum betitelt werden. [14] Damit kann ein fadenscheiniger Rückzieher nun wirklich ausgeschlossen werden.

Putin's Ultimatum to the Next U.S. President
The next U.S. administration will inherit the worst relationship with Russia since Ronald Reagan called the Soviet Union an evil empire. Judging from the list of grievances that President Vladimir Putin has laid out, even a relatively Putin-friendly Donald Trump will have a hard time satisfying him.
Die Botschaft ist angekommen, in ihrer ganzen Tragweite, alle Anwesenden im Saal haben das bezeugt. Der König kann nicht mehr sagen: „Ohrfeige? Welche Ohrfeige? Huch, habe ich etwas verpasst?“ Das ist wichtig. Das zwingt den König zu einer sofortigen Reaktion. Alles, was er jetzt tut, ist eine Reaktion, auch wenn er nichts tut.

Noch am 3. Oktober gibt das russische Außenministerium eine Stellungnahme über Venezuela ab. [15] Hier das Entscheidende daraus:

Erklärung des russischen Außenministeriums über die Lage in Venezuela ..03.10.2016

Die Dynamik der Entwicklung der innenpolitischen Situation in Venezuela zeigt, dass unversöhnliche Kräfte innerhalb des Landes, die sich auf äußere Unterstützung stützen, die Eskalation der Spannung fördern. Das Ziel – um jeden Preis die Entmachtung der Regierung dieses Landes zu erreichen. (....)

In diesem Zusammenhang erklären wir erneut, dass die einzige Grundlage der Lösung der innenpolitischen Probleme Venezuelas, wie jedes anderen Landes, das Respektieren der Verfassung und nationaler Gesetze ist. (....)

Was die internationale Gemeinschaft betrifft, darunter einige Nachbarn Venezuelas, würden wir solchen Kurs ihrerseits begrüßen, der die Normalisierung der innenpolitischen Lage in Venezuela fördern würde. (.....)

Übersetzt aus dem Diplomatischen: "Die USA spalten Venezuela von innen heraus, um die Regierung zu stürzen. Nach diesem Muster vollzogene farbige Revolutionen sind böse. Wir verhandeln mit der venezolanischen Regierung über unsere Einmischung in diesen Prozess und laden Venezuelas Nachbarn ein, sich uns im Kampf gegen die US-Farbrevolution anzuschliessen."

Nicht schlecht, so als Begleitprogramm zum Ultimatum. Der Hintergrund ist folgender. Die USA reißen Südamerika gerade in Stücke, um dort kontrollierbares Chaos mit US-Marionetten zu implementieren. Russland und China haben sich aus diesem Krieg auf dem südamerikanischen Kontinent heraus gehalten, obwohl der BRICS-Partner Brasilien gerade offen von den USA malträtiert wird. Warum diese Zurückhaltung? Geopolitik ist brutal. Der von Russland angebotene große Deal lautete: Lasst Eurasien in Ruhe, zieht euch hier langsam und gesichtswahrend zurück. Wir lassen im Gegenzug die amerikanischen Kontinente in Ruhe. Wir herrschen über Eurasien, ihr herrscht über Amerika, wir mischen uns nicht beim jeweils anderen ein.

Dieser Deal ist geplatzt. Die gemeinsame Zerstörung von Al Nusra sollte nur ein kleiner Baustein in diesem großen Deal sein. Das hätte echte Ruhe in den Nahen Osten gebracht und die USA hätten dabei echt als Ruhestifter auftreten können, hätten ihr Gesicht wahren und darauf aufbauend ihre Rückzugsstrategie entwickeln können. Das wäre der sanfte Übergang zur multipolaren Welt.

Obama und die hinter ihm stehenden Kräfte waren zu diesem Deal bereit. Den Rückzug wollten die USA sich mit TTIP und TTP versüßen, indem sie die "zurückgelassenen" europäischen und asiatischen Territorien über "Freihandelsverträge" versklavt hätten. Das ist die "moderate" US-Strategie. Dem radikalen US-Lager ist diese elegante Lösung aber nicht gut genug. Das radikale Lager geht davon aus, dass die USA in der Lage sind, so viel von der Welt in kontrolliertes Chaos zu stürzen, dass die USA sich als Hegemon und Ordnungshüter dieses Chaos behaupten können. Das moderate Lager hat nichts gegen Chaos in der Welt, es befürchtet nur, dass die USA damit scheitern werden und dann viel weniger haben werden als mit TTIP und TTP "auf friedlichem Wege" zu erreichen ist.

Nachdem Obama die Umsetzung des wichtigen syrischen Bausteins nicht gewährleisten konnte, ist der Deal nun geplatzt. Und Russlands kleine Ansage zu Venezuela, die noch am 3. Oktober abgegeben wird, ist die erste kleine Botschaft an die Welt, dass nicht nur der Syrien-Deal geplatzt ist, sondern etwas viel größeres.

Gut, Russland ist am 3. Oktober die Eskalationsleiter hochgeklettert, und zwar nicht zu wenig. Wir warten auf die Reaktion des Königs!

4. Oktober 2016

Am 4. Oktober äußert sich Kerrys Stellvertreterin gegenüber einer russischen Zeitung zum Plutonium-Deal. [16]

Rose Gottemoeller: U.S. would very much like consult with Russia on how to irreversibly dispose of plutonium ..04.10.2016

Rose Gottemoeller, who is serving her final days in the post of U.S. Under Secretary of State for Arms Control and International Security and who will soon leave for Brussels, where she will take the position of NATO Deputy Secretary General, has given an interview to Interfax correspondent Ksenia Baygarova, in which she speaks about Moscow‘s recent decision to suspend the Plutonium Management and Disposition Agreement.

Question: Was Russia‘s decision to suspend the Plutonium Management and Disposition Agreement unpredictable for you? Were you surprised, or it was just something you were waiting for?

Answer: Well, we weren’t waiting for it, clearly, but I will say that President Putin publically expressed concern about the Plutonium Management and Disposition Agreement. Some months ago we felt it very possible to assuage the concerns that were expressed and were hopeful that we could continue to move forward with the cooperation.

Question: But Russia ties the possible restoration of the agreement to several conditions, including the reduction of U.S. forces in Eastern Europe, the end of ‘U.S. hostile policy,‘ an abolition of the Magnitsky Act, the lifting of sanctions, and even compensations of loses for Russia. Do you think these conditions are realistic?

(.......)

Die US-Medien greifen das nicht auf. Das ist aus der Kategorie „hat der König gesagt, aber irgendwie auch nicht, weil es nur in Übersee berichtet wurde“. Gottemoeller ist sehr diplomatisch, sehr freundlich, ohne die Spur von aggressivem Auftreten. Sie ist „sehr erleichtert“, dass Russland sich verpflichtet hat, die 34 Tonnen Plutonium, um die es geht, nicht für Forschungs- oder Militärzwecke zu verwenden.

Zur Erinnerung und Veranschaulichung:

König USA hat gerade eine schallende Ohrfeige von Herzog Russland erhalten. Eine kleine Stimme des Königs antwortet: „Oh, wir sollten zusammenarbeiten. Wir sind sehr froh, dass es nur eine Ohrfeige und kein Faustschlag war.“ Aber das ist nur eine Stimme in Übersee, die von den königlichen Berichterstattern verschwiegen wird, deswegen zählt diese Stimme nur halb.

Die große Stimme der USA, Außenminister Kerry, spricht am 4. Oktober bei einer Rede in Brüssel zur EU. [17] Thema von Kerrys Rede: Transatlantische Beziehungen. Kerry erinnert an die guten alten Zeiten und verspricht, dass alles weiter toll sein wird. Er schmiert der EU Honig ums Maul und fleht sie an, nicht von den USA wegzulaufen.

So sieht einer seiner Mutmacher aus:

In the United States, we will never forget that Article 5 of the North Atlantic Treaty was triggered for the first time after 9/11. And I can assure you – that whatever you may have read in recent times – the United States of America will never fail to meet its own Article 5 obligations should any NATO member come under attack.

Ja, ein einziges mal wurde der Bündnisfall ausgerufen, vom König selbst, und die Vasallen sind artig beigesprungen. Und gewiss, wer würde daran zweifeln, dass der König für seine Vasallen auch einspringen würde? Etwa nachdem der König die Türkei zum Abschuss eines russischen Flugzeugs angestachelt hat und dann, als die Türkei sofort den NATO-Rat einberufen hat, der König unmissverständlich kundgetan hat, dass man Artikel 5 nicht bemühen sollte in diesem Fall. Die Türkei hat verstanden und hat inzwischen die Seiten gewechselt. [18]

Und damit die Europäer vollends überzeugt sind davon, dass der König sie nie und nimmer fallen lässt, legt Kerry nach:

Now, nonetheless, I emphasize – and I want to emphasize this particularly in the wake of the news of the last few days – NATO is a defensive alliance. The Russian people, in particular, should know that despite what their leaders sometimes tell them, our alliance does not seek to weaken, to contain, or to divide their nation or any other nation. We want to work with Russia. We want to work with a Russia that is just as committed to solving common challenges. In fact, I have probably spent as much time with the Russian foreign minister as I have with any other foreign diplomat.

Übersetzung:

Dennoch, ich möchte betonen – und das möchte ich gerade im Licht der Nachrichten der letzten Tage betonen – die NATO ist ein Defensivbündnis. Die Menschen in Russland, gerade sie, sollten wissen, dass unsere Organisation, ungeachtet dessen, was ihre Führer ihnen manchmal darüber erzählen, nicht vorhat, ihre Nation einzudämmen oder ihre oder irgendeine andere Nation zu teilen. Wir wollen mit Russland zusammenarbeiten. Wir wollen mit einem Russland zusammenarbeiten, das genauso engagiert ist beim Lösen von Herausforderungen. Mit dem russischen Außenminister habe ich tatsächlich wohl mehr Zeit verbracht als mit irgendeinem anderen Diplomaten.

Das ist pure Deeskalation. König USA zeigt Schwäche, versichert Herzog Russland, dass keine feindlichen Absichten bestehen. "Hey Bruder! Wir sind doch Brüder, oder? Ich bin doch sogar per du mit Lawrow!"

Und dann schleichen sich noch solche symbolischen Sätze in seine Rede:

"Today, the world is less hierarchical and power is more broadly shared."

Ja, wie die Welthierarchie gerade flöten geht, erleben die Eliten live mit.

In der Fragerunde nach der Rede fragt niemand nach dem Plutonium-Deal und dem Ultimatum. Und auch auf der täglichen Pressekonferenz des US-Außenministeriums am 4. Oktober, scheint dies niemand zu interessieren. [19] Es wird gefragt, welche Optionen die USA in Erwägung ziehen, nachdem sie den Deal mit Russland aufgekündigt haben. Der Sprecher will keine Details nennen und betont gebetsmühlenartig, dass die USA eine multilaterale Lösung suchen – also kein Alleingang in Syrien. Und die Lösung soll am besten politisch sein – also keine Entschlossenheit zum militärischen Durchgreifen. Nichts konkretes, keine Entschlossenheit – das sind Zeichen von Schwäche.

Am 5. Oktober

.... steigt Russland aus dem Abkommen über Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung in den Bereichen Atom und Energie aus. Grund: die USA sind 2014 ausgestiegen (im Rahmen der Sanktionen). [20]

Am gleichen Tag setzt Russland das Exekutivabkommen zwischen Rosatom und dem Energieministerium der USA über Kooperation bei der Erforschung der Möglichkeit der Konversion der russischen Forschungsreaktoren zur Nutzung von niedrig angereichertem Uranbrennstoff aus. [21] Grund sind ebenfalls Sanktionen der USA von 2014, unter anderem im Bereich der zivilen Atomnutzung. Die im Rahmen des Abkommens abgeschlossenen Verträge werden noch erfüllt. Im übrigen wird Russland selbst entscheiden, ob und wann es russische Forschungsreaktoren auf niedrig angereicherten Uran-Brennstoff umstellen wird.

Zwei weitere Verträge im Nuklear-Bereich ausgesetzt:

Dazu vermeldet das russischen Außenministeriums, damit es alle Welt sicher mitbekommt, dass Lawrow und Kerry miteinander telefoniert haben, auf Kerrys Wunsch. [22]

Es wird häufig mitgeteilt, auf wessen Wunsch ein Kontakt stattgefunden hat. Das ist wichtig. Kerry ist der Bittsteller für diesen Dialog, Lawrow derjenige, der sich bitten lässt. Die kleine Information darüber, wer den Kontakt initiiert hat, kann in bestimmten Situationen schmerzhaftes Trolling sein. Nicht immer. Aber wenn der König den Kontakt zum angeblich unterlegenen Feind suchen muss, kaum dass er den Kontakt abgebrochen hat, ist es unangenehm. Und wenn der Feind dieses Detail in alle Welt hinaus posaunt, ist es schmerzhaftes diplomatisches Trolling.

Auf der täglichen Pressekonferenz des US-Außenministeriums am 5. Oktober wird nach dem Telefonat gefragt und warum das denn stattfinden musste. [23] Betreiben die USA jetzt also doch wieder bilaterales Engagement mit Russland? Der Sprecher (Herr Toner) windet sich, um zu erklären, dass das Telefonat kein Engagement der USA ist, sondern nur so ein Gespräch, irgendwie… es wäre ja unverantwortlich, nicht mit den Russen zu sprechen, bei der heißen Lage in Aleppo. Dann sagt der Sprecher etwas wichtiges, als Erklärung für den hartnäckigen Journalisten, der darauf beharren will, dass das Telefonat echtes Engament darstellt.

MR TONER: — it doesn’t change the facts on the ground, as you note. We don’t have a cessation of hostilities. We don’t have humanitarian access. We don’t have any of the elements, the core elements of that September 10th agreement in the process of being implemented or implemented. There’s no – going to be no Joint Implementation Center. None of the, if you will, carrots either for Russia – or at least what Russia proclaimed to want, that Joint Implementation Center – is moving forward as well. But I think – and I tried to stress this yesterday – while that particular bilateral channel is now suspended, we’re not going to just walk away from what’s happening in Syria. We’re going to try to – on the multilateral front, try to coordinate with likeminded partners and allies and stakeholders, and that includes Russia and Iran. Unfortunately, that does include them.

Übersetzung:

TONER: An den Tatsachen am Boden hat sich nichts geändert. Wir haben keinen Waffenstillstand. Wir haben keinen Hilfskorridor. Wir haben kein Element, kein Kernelement des Abkommens vom 10. September ist implementiert worden oder wird gerade implementiert. Es gibt nicht – es wird die gemeinsame Operationszentrale nicht geben. Keine der, wenn Sie so wollen, Möhren für Russland, oder das, was Russland behauptete zu wollen, die gemeinsame Operationszentrale – nichts davon macht Fortschritte. Aber ich denke, und das habe ich gestern zu erklären versucht, nur weil dieser konkreter bilateraler Kanal geschlossen ist, werden wir uns nicht einfach zurückziehen aus Syrien. Wir werden versuchen, auf multilateraler Ebene, werden versuchen, unsere Bemühungen mit gleichgesinnten Partnern und Verbündeten zu koordinieren, und das schließt Russland und Iran mit ein. Bedauerlicherweise schließt sie das mit ein.

Man muss den Kontext dieser Aussage beachten. Die Aussage wird als Erklärung gereicht, warum Kerrys Telefonat nicht von Bedeutung ist. Wir erfahren, was wirklich von Bedeutung ist für die USA. Wirklich von Bedeutung ist, den Deal vom 9. September nicht umzusetzen. Und das gemeinsame Operationszentrum, das eine Schlüsselrolle bei der Vernichtung von Al Nusra spielen sollte, das ist nur eine Möhre für Russland. So wie andere Details des Deals auch nur Möhren für Russland waren. Das US-Außenministerium verheimlicht nicht, spricht offen aus, dass der Deal seitens der USA nur Show war, um die Russen bei Laune zu halten. Dass die Umsetzung der Pläne nicht erfolgt ist und nicht erfolgen wird, verbucht das US-Außenministerium als Verdienst und Erfolg.

Wichtig ist der erneute Verweis auf multilaterale Lösungen. Das ist ein starkes Signal an die Welt. Multilateral schließt einen Atomkrieg schon mal aus, denn es ist jedem klar, dass die USA keine Partner für einen Atomkrieg gewinnen können, nicht mal im Lager ihrer Freunde und Vasallen. Dass man es bedauert, mit Russland zusammenarbeiten zu müssen, es aber dennoch tun muss und tun wird, sagt der Welt einiges über das Potential der USA aus. Der König sagt: „Wir hassen sie, aber wir müssen mit ihnen zusammenarbeiten“.

Sofort im Anschluss kommt eine Frage und… ein Fehler des Sprechers:

QUESTION: And how do you assess the current state of U.S.-Russian relations?

MR TONER: How do we assess it? I think our assessment is while we have failed to cooperate meaningfully in this recent effort on Syria, we continue to disagree where we disagree with Russia, and that’s on Ukraine, certainly with what’s happening in Syria right now, and in other areas. But where we can cooperate constructively, such as nuclear agreements – and in fact, the other day they suspended this Plutonium Management and Disposition Agreement – that’s a real tragedy, because these are areas that we had successfully cooperated in the past. And again, it’s in the interest of our both our countries to continue those efforts.

Übersetzung:

Wie sehen denn die aktuellen Beziehungen zwischen USA und Russland aus?

TONER: Wie schätzen wir sie ein? Während es uns nicht gelungen ist, bei diesem Bestreben in Syrien nennenswert zu kooperieren, behalten wir unsere Differenzen mit Russland bei, über die Ukraine, über das, was gerade in Syrien passiert, und in anderen Bereichen. Aber wo wir konstruktiv kooperieren können, so etwa im nuklearen Bereich – und in der Tat, dass sie kürzlich den Plutonium Management and Disposition Agreement ausgesetzt haben – das ist eine Tragödie, weil wir in diesen Bereichen in der Vergangenheit erfolgreich kooperiert haben. Noch mal, es ist im Interesse unserer beider Länder, diese Bemühungen fortzusetzen.

Das tut weh. Der Sprecher gibt zu, dass der von Putin ausgesetzte Vertrag eine Tragödie ist. Der König sagt damit: „Ja, die Ohrfeige hat weh getan“. Der Sprecher spricht sich dann für die Fortsetzung der Zusammenarbeit im nuklearen Bereich aus – am Tag, an dem Russland zwei weitere Verträge in eben diesem Bereich aussetzt. Der König sagt: „Lasst uns aber sonst zusammenarbeiten, ja?“, während Herzog Russland sagt: „Scher dich zum Teufel“. Das tut weh und da hat sich Mark Toner offensichtlich verplappert. Dafür wird man ihn kräftig ausgepeitscht haben im Anschluss an die Pressekonferenz.

Warum verplappert? Weil die Presse an diesem Tag erneut keine einzige Frage zum Plutonium-Vertrag oder dem Ultimatum gestellt hat. Der Sprecher hat das Thema selbst eröffnet. Und selbst dann hat kein einziger Journalist das Thema aufgegriffen und weitere Fragen dazu gestellt. Es wurde sofort das Thema gewechselt. Die Journalisten haben einen Maulkorb. Plutonium-Vertrag und Putins Ultimatum sind ein Tabu-Thema. Es läuft Tag zwei nach dem Ultimatum an den König und kein Journalist interessiert sich dafür? Nein, sie interessieren sich alle brennend. Aber man hat ihnen ein so deftiges Verbot auf dieses Thema erteilt, dass sie selbst dann schweigen, als das US-Außenministerium versehentlich selbst das Thema eröffnet. So ist sie, die freie Presse. Dieses unnatürliche Schweigen, das sich auch in den Tagen nach dem 5. Oktober fortsetzen wird, ist natürlich auch ein Signal. Es ist ein Zeichen großer Schwäche, aber offenbar haben die PR-Experten der US-Regierung auch nach zwei Tagen keine Formulierung gefunden, die auf Putins Ultimatum eingeht und besser als betretenes Schweigen wäre. Das ist hart. Und die ganze Welt schaut zu. Nicht die Welt der einfachen Bürger, die verpassen dieses grandiose Schauspiel dank ihrer Qualitätsmedien. Aber die Welt der Elite schaut gebannt zu.

Wir steigen direkt nach Toners Aussetzer wieder in die Pressekonferenz ein:

QUESTION: — on Syria. Regarding the options that U.S. Government is discussing, are you getting close to the decision? Any meetings that you can talk about?

MR TONER: I don’t want to necessarily preview some of our internal U.S. Government meetings. I’ll just say that we continue our efforts to look at different options in the range of what I talked about yesterday.

QUESTION: The pro-Kurdish party in Syria, the PYD, now controls significant areas of northern Syria, and they’re going to hold a conference, they’ve said, this weekend to announce the establishment of a federal system in the three cantons that they’re now administering. What’s your position on this?

MR TONER: Well, our persistent – position rather, excuse me – has been that the future of Syria should be decided by Syrians consistent with the political transition and election process that was outlined in the UN Security Council Resolution 2254, and that resolution states that the Syrian people will decide the future of Syria and that the Geneva Communique should be the basis of a Syrian-led and Syrian-owned political transition. Put more simply, we support the territorial integrity of Syria and we also support a unified, democratic Syria in which the rights of all groups are protected.

Was ist denn nun mit den US-Optionen nach dem abgesagten Deal? Na, nichts neues, die Regierung überlegt fleißig. Der Reporter gibt sich damit nicht zufrieden, will mehr als das herauskitzeln, fragt konkret nach den Kurden, die angeblich eine eigene Förderation verkünden wollen, schon am Wochenende. Was hält der König davon? Halten Sie sich fest: Toner beruft sich gleich drei mal auf die UN-Resolution 2254 [24] und sagt, dass die USA die territoriale Integrität Syriens unterstützen!

So in direct response to your question, we’d urge Syrian parties – all Syrian parties to work together in a manner consistent with UN Security Council Resolution 2254 in order to advance that political process. So what we don’t want are groups working on the margin creating their own systems or their own de facto states. This all needs to be worked out to a political transition that’s enshrined in UN Security Council Resolution 2254.

Übersetzung:

Als direkte Antwort auf Ihre Frage, wir mahnen alle Parteien in Syrien an, im Einklang mit der UN-Resolution 2254 zusammenzuarbeiten, um den politischen Prozess voranzutreiben. Was wir nicht wollen, sind Gruppen, die davon abweichen und eigene Systeme oder eigene defacto Staaten kreieren. Das muss alles im Rahmen einer politischen Transition geschehen, wie sie in der Resolution 2254 verankert ist.

Ein klarer, unmissverständlicher Befehl an die Kurden, ihre Pläne für das Ausrufen einer wie auch immer gearteten Autonomie sofort einzustellen. Das ist zu 100% das, was Russland die ganze Zeit predigt. Und es ist genau entgegengesetzt zu den US-Plänen über die Gründung eines Kurdenstaates. [25] Das heißt nicht, dass die USA ihre Pläne vom Kurdenstaat begraben haben. Aber es ist eine weitere Geste der Deeskalation. König USA sagt zu Herzog Russland: „Ok ok, wir sind schon artig.“

Gleichzeitig droht der Generalstabs-Chef der US-Armee, Mark Milley, dass es einen Krieg zwischen USA und ihren Kontrahenten Russland und China geben wird. [26] Die USA würden ihre Feinde prügeln, wie sie noch nie geprügelt wurden. Er sagt aber auch Dinge wie „ungeachtet all unserer Herausforderungen“, womit er auf die gewaltigen strukturellen und strategischen Probleme der US-Armee eingeht. Milley warnt davor, dass der nächste Großkrieg extrem blutig sein wird. Nun, daran zweifelt niemand. Das ist auch der größte Schutz davor, dass die USA einen solchen Krieg anzetteln werden. Wir konstatieren dennoch, dass das US-Militär im Gegensatz zur Regierung harte Rhetorik demonstriert. Der General erklärt sich bereit, in den Krieg zu stürzen und alle Feinde zu zerstören, wenn der König es befiehlt.

6. Oktober

Der offizielle Vertreter des russischen Ministeriums für Verteidigung warnt die USA eindringlich vor einem Militäreinsatz der USA gegen die syrische Armee. Die US-Presse hat Hinweise auf entsprechende Pläne der USA diskutiert. Russland dazu: Der Himmel über Syrien wird überwacht und Russland ist bereit, all seine Luftverteidigungssysteme gegen jegliche unbekannten Flugobjekte einzusetzen. Man wird nicht erst herausfinden, wem die entsprechenden Flugzeuge und Raketen angehören. Diese Warnung ertreckt sich auf sämtliche Luftangriffe auf das von Damaskus kontrollierte Territorium. [27]

Was haben die USA am 6. Oktober mitzuteilen? Wir wenden uns wieder an das US-Außenministerium und seine Pressekonferenz: [28]

MR KIRBY: (…) But speaking for Secretary Kerry, I can tell you that he fully intends to use multilateral efforts available to him, whether it’s the ISSG or the UN or something separate and distinct. Tom Shannon was in Berlin at the invitation of the German Government just yesterday to – a smaller but still multilateral discussion about Syria. The Secretary has every intent to continue to use those vehicles as best he can.

Noch mal die Bestätigung, dass die USA keinen Alleingang vorhaben. Sie suchen nach einer Koalition, um jetzt irgendwas neues in Syrien auszuprobieren. Der König dreht sich zu seinen Vasallen um und flüstert: „Was sollen wir jetzt machen? Was sollen wir jetzt machen?!“ Es ist bezeichnend, dass die USA keinen Plan B in der Tasche haben. Was machen deren Diplomaten eigentlich die ganze Zeit? Russland hat einen Plan B vorbereitet für den Fall, dass die USA den Syrien-Deal platzen lassen. Russland ist nach dem Scheitern von Plan A sofort zu Plan B übergegangen. Die Ohrfeige für die USA in Form eines Ultimatums, gleich drei ausgesetzte Nuklearverträge, symbolische Gesten, das Eröffnen der Südamerika-Front. Und noch viele andere Dinge, die wir noch sehen werden. Das haben sie sich nicht am 3. Oktober ausgedacht, nachdem die USA den Deal platzen ließen. Das war alles schon vorbereitet und musste in der Stunde X nur aus der Schublade geholt werden. Und die USA haben nichts. Tag um Tag fragt die Pressemeute, welche Pläne es denn nun gebe und die Sprecher können keine Pläne präsentieren. Die Sprecher wissen nicht einmal, in welchem Format die USA nun weitermachen wollen. Mittels der UN? Mittels der ISSG? Irgendwie anders? Die haben keine Ahnung und keinen Plan. Der Plan war, den Syrien-Deal platzen zu lassen, weiter haben sie nicht gedacht.

QUESTION: Yeah, okay. And is there anything that you are doing to try to stop Aleppo from falling to the government, the Russian-backed government offensive, or have you kind of written it off?

MR KIRBY: Nobody is writing off Aleppo. I think everybody’s deeply troubled and concerned about what appears to be a very continued, concerted, and if – and increased effort by the regime to conduct a siege and to take Aleppo. But —

QUESTION: Yeah. Are you doing anything to stop it?

MR KIRBY: Well, we obviously are continuing – another reason why, as I said, they – Foreign Minister Lavrov and the Secretary spoke yesterday was the Secretary was expressing our concerns about what’s going on in Aleppo. We’re not turning a blind eye to that. And we still want – the short answer to your question is we’re still interested in pursuing a cessation of hostilities that can endure nationwide, and certainly in Aleppo. It’s just that now we’re going to have to pursue that goal through a multilateral effort and not any longer solely through a bilateral effort with Russia

Der Journalist fragt, ob die USA Aleppo aufgegeben hätten und wie sie verhindern wollen, dass die syrische Armee es unter Kontrolle bekommt. Kirby ist tief besorgt über die Belagerung von Aleppo und über die gestiegenen Bemühungen der syrischen Armee, diese Stadt einzunehmen. Der Journalist fragt, wie die USA dagegen vorgehen. Kirby antwortet, dass Kerry genau deshalb mit Lawrow telefoniert habe, um seine Sorgen über die Lage in Aleppo zu übermitteln. Die USA sind weiterhin an einem Waffenstillstand interessiert, gerade in Aleppo. Das werden die USA weiter anstreben, aber jetzt nicht mehr im bilateralen Format mit Russland, sondern im multilateralen Format.

Merken Sie es? Das große Ziel ist die Waffenruhe in Aleppo. Und all die „Möhren für Russland“ (O-Ton der US-Regierung) waren nur dazu gedacht, die Waffenruhe durchzusetzen. Was zum Teufel ist so wichtig an Aleppo? In Aleppo sind 6 bis 8 Tausend „Rebellen“, von denen die Hälfte zu Al Nusra gehören. Die USA und die UN haben Al Nusra als Terrororganisation anerkannt. Aleppo ist voll von Terroristen. Aleppo ist eine strategisch wichtige Stadt im Syrien-Krieg. Strategisch gelegen, sehr groß, gut zu verteidigen, sehr schwer einzunehmen. Und voll von westlichen Agenten und moderaten Terroristen. Wenn Aleppo fällt, ist der Syrien-Krieg endgültig entschieden. Die Terroristen können sich im übrigen Territorium nirgends mehr festkrallen. Überall sonst kann man sie leicht ausräuchern und zubomben. Aleppo ist eine Bastion. Eine Bastion, von den USA geförderten Terroristen.

Zurück zur Pressekonferenz:

QUESTION: So I’m trying to get to my – the second part of my question, which was the famous menu of options that the Administration is now considering. Just briefly on two potential ones – one is the military option, an option that presumably would involve some kind of actual – kinetic military activity, as you like to call it. You will have seen that the Russians warned you guys today not to do that. And I’m just wondering, is there any – do they have good reason to issue such a warning? Do you take such a warning seriously? Do you think that if that option is taken, that it could lead to an overt U.S.-Russia military confrontation?

MR KIRBY: Well, nobody wants to see an escalation in violence or tensions between the United States and Russia on this issue. And as we’ve said many times, we still don’t believe a military solution is the right approach, that —

Der Journalist geht auf die oben zitierten Warnungen des russischen Verteidigungsministeriums ein. Nehmen die USA solche Warnungen etwa ernst? Wie wirkt sich das auf etwaige militärische Pläne der USA in Syrien aus? Könnte es dabei zu einer offenen Konfrontation mit Russland kommen?

Sehen Sie, es ist noch längst nicht bei allen angekommen, dass die Welt sich gerade sehr schnell ändert. Der forsche Journalist ist immer noch im Glauben gefangen, dass niemand es wagen wird, sich den USA entgegen zu stellen. Aber der König, vertreten durch Sprecher Kirby, ruft zu Mäßigung auf. Niemand wolle eine Eskalation zwischen USA und Russland. Und wie er schon oft gesagt habe, die USA glauben nicht an eine militärische Lösung.

Später wird Kirby noch mal wegen der russischen Warnung gefragt. Wird diese die USA etwa in ihren militärischen Plänen einschränken? Ja, nein, man diskutiere intern natürlich alle Optionen, aber man habe eine große Verantwortung und man glaube fest, dass eine diplomatische Lösung die bessere ist.

Das kann doch nicht wahr sein, denken sich die Journalisten, und fragen noch mal:

QUESTION: In the event that a strike is decided upon and you take out certain, let’s say, runways or military facilities and so on, it would be just a punishment or would it be a la Desert Fox back in 1998 in Iraq? Or would it be something that is sustained to basically – like Libya, to overthrow the regime?

MR KIRBY: Said, you’re well ahead of any decisions, at least that have been made to date here, on the U.S. side. I can’t even begin to entertain that question. We still believe a diplomatic approach is the best one. Yes, inside the government, we continue to have conversations about options. Not all of those options, as I’ve said, revolve around diplomacy. It would be irresponsible for us not to think about other tools available to us to change the situation on the ground in Syria.

Übersetzung:

Also wenn die USA sich für einen Militärschlag entscheiden, wird das nur so eine kleine Strafe sein oder eine große Operation? Oder wird man wie in Libyen das Regime stürzen?

Kirby: Wir glauben an die diplomatische Lösung, das ist das Beste.

Die kleinen Pressebarone, die sich bisher im Glanz ihres Königs gesonnt haben und sich für unangreifbare Superhelden gehalten haben, bekommen Tage nach der Ohrfeige des russischen Herzogs leichte Zweifel. „König, willst du den Russen nicht mal kneifen?“ – „Nee, wir wollen lieber darüber reden.“ – „König, willst du dem Russen Sanktionen um die Ohren hauen?“ – „Nee, wir wollen lieber reden.“ – „König, aber wenn du ihn doch verprügelst, dann so ein bisschen oder so richtig?“ – „Nee, wir glauben an Diplomatie.“ König… die Zweifel wachsen.

Zum Plutonium-Deal und zum Ultimatum von Putin kommt erneut keine einzige Frage. Stellen Sie sich vor, wie tief der Schock sitzt, dass das Thema mit einem totalen Redeverbot belegt wurde. Das, was nicht gesagt wird, ist oft entscheidender als das, was gesagt wird. Das ist so ein Fall. Eine öffentliche Ohrfeige für den König und niemand im Lager des Königs spricht ein Wort darüber. Das ist entscheidend. Alle fragen den König, ob dem Russen eine Ohrfeige oder einen Faustschlag versetzen wird, und der König antwortet, dass er nur reden will.

UN-Sonderbeauftragter für Syrien, Staffan de Mistura, bietet am 6. Oktober an, die Nusra-Terroristen persönlich aus Aleppo zu geleiten. [29] Gut so, ab nach Idlib mit ihnen. Das widerspricht allerdings den US-Interessen.

Am 6. Oktober beschwert sich die Washington Post, der zweite wichtige Hofberichterstatter des Königs, dass Obama eine Kongressinitiative für neue Sanktionen gegen Russland torpediert. Josh Earnest, der Sprecher des Weißen Hauses, sagt: [30]

The concern we have with the current congressional proposal that’s being debated is that it would deploy those sanctions essentially unilaterally.

Das Weiße Haus ist besorgt, dass sich niemand den Sanktionen anschließen wird. Damit ist das Sanktionen-Gerede in Deutschland, das zeitgleich in die Presse gestreut wurde, auch abgehandelt.

Auch noch am 6. Oktober wird in Russland die baldige Fertigstellung der zweiten Luftwaffendivision im Fernen Osten Russlands verkündet. Es handelt sich um strategische Langstreckenbomber. Das soll den Staaten der Pazifikregion den Ernst der russischen Ziele in der Region demonstrieren. Achten Sie auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung. Der Aufbau der Division begann schon vor etlichen Wochen oder Monaten, der Prozess ist noch nicht beendet. Aber jetzt und nicht erst später will Russland darauf aufmerksam machen. Russland fordert die USA heraus und will keinen Zweifel am Ernst dieses Vorhabens lassen.

Vom 4. bis 7. Oktober wurde in Russland eine riesige landesweite Zivilschutz_übung für den Schutz der Bürger und der materiellen und kulturellen Werte bei natürlichen und vom Menschen verursachten Katastrophen durchgeführt. [31] 40 Millionen Bürger.....(!) und 200 Tausend Rettungskräfte nahmen daran teil. Eine große Notsituation technischen Charakters ist ein Atomkrieg. Russlands Signal: Wir sind bereit, selbst für den Atomkrieg. Und zwar sind wir nicht mit Gelaber bereit, sondern mit Taten. Nicht nur unsere Armee, auch unsere Zivilisten sind auf das Schlimmste vorbereitet. Und ihr?

Am 6. Oktober reagiert das Pentagon ebenfalls auf die Stationierung russischer S300 und S400 Luftabwehrsysteme in Syrien, nachdem Stunden zuvor der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konashenkov sagte: [32]

"I point out to all the 'hotheads' that following the September 17 coalition airstrike on the Syrian Army in Deir ez-Zor we took all necessary measures to exclude any similar 'accidents' happening to Russian forces in Syria".

"Russian S-300, S-400 air defense systems deployed in Syria's Hmeymim and Tartus have combat ranges that may surprise any unidentified airborne targets. Operators of Russian air defense systems won't have time to identify the origin of airstrikes, and the response will be immediate. Any illusions about "invisible" jets will inevitably be crushed by disappointing reality."

Darauf antwortet das Pentagon: [33]

“Our operations will continue,” said Pentagon Press Secretary Peter Cook when asked by The Daily Caller News Foundation if Russian actions have impeded U.S. air strikes in the war-torn country.

The U.S. continues to take “precautions with regard to the safety of our air crews” and despite recent “differences” with the Russians, the safety line of communication established to prevent any accidents in Syria is effective, Cook said. America continues to use the safety line and “would encourage the Russians to do the same,” Cook concluded.

Das Pentagon gibt sich verbal härter als das Weiße Haus oder das Außenministerium. Aber es steckt nicht viel dahinter. Das Pentagon will seine Operationen fortsetzen. Also keine neuen Operationen, keine Änderung. Und der militärische Kommunikationskanal zu Russland wird ja nicht geschlossen, er hilft Zwischenfälle zu verhindern. Also keine Zwischenfälle geplant. Kampfrhetorik sieht anders aus. Die kann man derzeit bei Russland beobachten: „Wenn ihr eine Bombe am falschen Ort abwerft, werdet ihr garantiert abgeschossen.“

Aber! Die US-Armee macht am 6. Oktober Testflüge, bei denen die Attrappe einer Atomrakete abgeworfen wird. Na immerhin. Eine zarte Drohung mit dem Atomkrieg. [34]

Die Vasallen springen dagegen schon ab. Bei den deutschen Kampfflugzeugen, die in Syrien im Einsatz sind, ist ein technischer Defekt eingetreten. Bei allen Flugzeugen. Gleichzeitig.... Solche Zufälle soll es geben.? Deswegen können die Deutschen bis auf weiteres nicht mehr über Syrien fliegen. [35]

„Jedwede Gefährdung für Personen und Material“ solle ausgeschlossen werden, heißt es.

Man darf es offiziell natürlich nicht sagen, aber jedem ist klar, dass dieses Kommando zuerst kam, und die technischen Defekte danach. Um jedwede Gefährdung für Personal und Material auszuschließen.

7.Oktober 2016

Springen wir zum nächsten Tag, dem 7. Oktober. Manche Vasallen distanzieren sich weiter vom König.

Merkel: [36]

„Ich sage es mal ganz vorsichtig: Die Tatsache, dass ein Freihandelsabkommen, das wir mit Russland verhandeln würden, wahrscheinlich nur die Hälfte aller Diskussionen mit sich bringen würde, das muss uns doch zu denken geben“, sagte Merkel auf dem Tag der deutschen Industrie in Berlin mit Blick auf die Kritik an TTIP.

Am gleichen Tag sagt Juncker: [37]

Europa wird vor den USA nicht in die Knie gehen, wir werden die Prinzipien, die Europa zum Erfolg geführt haben, nicht in den Wind schlagen.

Lassen Sie sich das auf der Zunge zergehen. Merkel stellt einen direkten Vergleich zwischen den USA und Russland her und Russland gewinnt in diesem Vergleich. Herzögin Merkel sagt: „Hmja, mit Herzog Russland hätten wir echt weniger Probleme, als mit unserem König. Darüber müssen wir mal nachdenken.“ Das sagt sie nicht irgendwann, sie sagt es jetzt, in der hochsensiblen Phase, nachdem der König eine schallende Ohrfeige kassiert hat und bisher als Reaktion deeskaliert, während Russland täglich mehrfach provoziert. Ja, das gibt den Vasallen zu denken. Zumindest sieht es so aus, wenn man auch noch Junkers Aussage heran zieht.

Derweil kündigt Russland am 7. Oktober an, ehemalige Militärbasen in Kuba und Vietman wieder in Betrieb zu nehmen. [38]

In Venezuela wird am gleichen Tag ein Sechs Meter hohes Denkmal für Hugo Chavez, geschaffen vom russischen Bildhauer Sergej Kazantsev, eingeweiht. [39] Gesponsort von Rosneft, dem russischen Öl-Giganten. Rosneft-Chef Swetschin ist auf der Feier dabei. Chavez ist eine Symbolfigur im Kampf Südamerikas gegen den destruktiven US-Einfluss. Eine symbolträchtige Geste, ihm ein Denkmal zu setzen. Damit keine Zweifel bleiben, welche Entwicklung Russland in Südamerika unterstützen wird.

Und der neu geschaffene Hugo-Chavez Friedenspreis [40] geht an Putin! Das ist natürlich auch ein Symbol. Denn gleichzeitig wird der Friedensnobelpreis verliehen. Der Friedensnobelpreis ist eine Auszeichnung der „internationalen Gemeinschaft“. Die internationale Nichtgemeinschaft hat auch einen Friedenspreis vergeben. Die Ansage: Wir werden bei Bedarf eigene Strukturen schaffen, parallel zu den Strukturen der „internationalen Gemeinschaft“.

Und wir erinnern uns natürlich an die kleine Meldung des russischen Außenministeriums vom 3. Oktober. Nach nur vier Tagen hat sich Russland symbolisch breitgemacht in Venezuela. Den Worten folgen ganz schnell Taten. Im Gefolge von Swetschin ist selbstverständlich eine Delegation von russischen Agenten eingereist, die in Venezuela den Kampf gegen die US-Agenten aufnehmen wird.

Steinmeier hat mit Lawrow telefoniert. [41] Russlands Ansage bleibt klar: Die Terroristen werden eliminiert. De Mistura darf sie aber vorher gern persönlich aus Aleppo rausführen.

Wir wenden uns nun der Pressekonferenz des US-Außenministeriums vom 7. Oktober zu. [42] Hier wird die offizielle Außenpolitik verkündet. Hier ist der beste Ort, um die Aktionen und Reaktionen des Königs im großen Versammlungssaal der Weltgemeinschaft zu beobachten. Kerry hat Russland beschuldigt, ein Krankenhaus in Aleppo zerbombt zu haben. Die Journalisten wittern Blut – jetzt ist die Zeit der Rache gekommen!

QUESTION: Okay. On to Syria and the Secretary’s comments earlier this morning, one is: Do you know what strike he was talking about in his comments overnight on a hospital in Aleppo?

MR KIRBY: I think the Secretary’s referring actually to a strike that we saw happen yesterday on a field hospital in the Rif Dimashq Governorate. I’m not exactly positive that that’s what he was referring to, but I think he was referring to actually one that was —

QUESTION: Not one in Aleppo?

MR KIRBY: I believe it was – I think it was – I think he – my guess is – I’m guessing here that he was a bit mistaken on location and referring to one —

QUESTION: Which location? Sorry.

MR KIRBY: A field hospital in Rif Dimashq Governorate.

QUESTION: Was it —

MR KIRBY: So I think he was referring to one yesterday.

QUESTION: Definitely yesterday, though? It wasn’t one from Wednesday?

MR KIRBY: I think he was referring to one yesterday, and I know of another one on a hospital Monday, but I think that’s what he was referring to.

QUESTION: Is there a way you guys can check?

MR KIRBY: We did. I mean, believe me, I knew I was going to get asked this question.

QUESTION: Yeah, yeah, yeah.

MR KIRBY: We looked at it and —

QUESTION: But you don’t have certainty, though?

MR KIRBY: I don’t. Best I got, best information I got, is that he was most likely referring to one yesterday in this governorate, but it could just be an honest mistake.

Kirby windet sich wie ein Aal. Ja nee, nicht Aleppo, und auch kein Krankenhaus, sondern ein Feldlazarett. Aber genau wissen wir es auch nicht. Wir wissen nichts genaues, aber das mit dem Krankenhaus in Aleppo, das ist ein Missverständnis.

An diesem Punkt ist klar, dass es an diesem Tag keine Rache geben wird.

QUESTION: The precise death totals were 20 and 100 —

MR KIRBY: I recognize that. I can’t corroborate that. But look, let’s take 10 steps back here. I mean, over the last two weeks, we think almost 400 people now have been killed in Aleppo alone. So whether or not there was a strike last night in a hospital or Aleppo is kind of beside the point. The point he was – the broader point that he was trying to make is that the Russians and the Syrian regime continue this onslaught on Aleppo. And just over the last two weeks alone, as I said, almost 400 people, best we can tell, have been killed. And that doesn’t even count the wounded.

„Let’s take 10 steps back here.“ – Lasst uns hier zehn Schritte zurück gehen. Dem König geht die ganze Sache schon zehn Schritte zu weit. Wo genau wie viele Zivilisten getötet wurden, will der König nicht sagen. Aber Russland hat insgesamt 400 Zivilisten getötet in den letzten Tagen, das ist sicher.

Dann folgt ein langes Herumgeeiere über Kerrys Forderung nach einem Kriegsverbrecherprozess gegen Russland. Gleicher Stil, Kirby windet sich ausweichend, wir ersparen uns das, obwohl es prächtiges, erniedrigendes Schauspiel ist. Wir schauen uns das Ende an:

QUESTION: Simply stated, does the U.S. Government believe, based on all the information that it has gathered, that Russia has committed war crimes in Syria?

MR KIRBY: I would again point you back to what he said at the UN and what he said today, that – he said that these strikes are clear violations of international law.

QUESTION: That’s not what he said today.

MR KIRBY: No, but he said that at the UN.
(…)
QUESTION: Okay. So you’re not ready to say that you believe that Russia has committed war crimes in Syria.

MR KIRBY: No, and the Secretary didn’t allude to that today either.

Übersetzung:

FRAGE: Einfach gesagt, glaubt die US-Regierung, basierend auf all den Informationen, die sie gesammelt hat, dass Russland Kriegsverbrechen in Syrien begangen hat?

KIRBY: Ich möchte Sie erneut auf das verweisen, was er [Kerry] in der UN gesagt hat und was er heute gesagt hat, dass – er sagte, dass diese Luftschläge eine klare Verletzung des internationalen Rechts sind.

FRAGE: Das ist nicht das, was er heute gesagt hat.

KIRBY: Nein, aber er sagte das in der UN.

FRAGE: Okay. Also sind Sie nicht bereit zu sagen, dass Sie glauben, dass Russland Kriegsverbrechen in Syrien begangen hat.

KIRBY: Nein, und der Minister hat heute nicht darauf angespielt.

Das ist eine echte Komödie. Die Pressekonferenz vom 7. Oktober müssen Sie sich unbedingt in Gänze durchlesen. Sie fragen sich vielleicht, was das alles soll – Kerry sagt der Presse [43], dass Russland Kriegsverbrechen begeht und dafür vor ein Tribunal gestellt werden sollte, und sein Ministerium widerspricht ihm am gleichen Tag – nein nein, man habe ihn falsch verstanden. Keine Kriegsverbrechen.


Es gibt zwei Realitäten. Die eine Realität im Versammlungssaal des Königs. Da tobt der Machtkampf der Eliten. Und dann gibt es die Zombie-Realität, die sorgfältig abgeschirmt ist von der Versammlungssaal-Realität. Sehen Sie, der offizielle Sprecher des US-Außenministeriums hat auf Nachfrage ganz klar gesagt, dass die USA keine Beweise für russische Kriegsverbrechen in Syrien haben. Die Presse war da und hat es aufgezeichnet. Hat die Presse nach dem 7. Oktober irgendwo getitelt, dass die USA keine Beweise haben und nicht behaupten, dass Russland Kriegsverbrechen begeht?

Nein. Es ist ja die „freie Presse“, sie ist dafür da, ein Zerrbild für die Zombies zu erstellen. Das macht sie auch. Im Zerrbild fuchtelt der König mit den Armen und fordert ein Kriegsverbrechertribunal für Herzog Russland. Das ist Zombie-Scheiße. Schauen Sie rein in den Versammlungssaal des Königs und Sie sehen ein ganz anderes Bild. Der König steht geduckt und stammelt seit Tagen davon, dass Reden ganz toll sei. Die Zombies sollen dieses traurige Schauspiel nicht sehen.

Die virtuelle Zombierealität wird später angepasst werden – in der Richtung, die den Eliten nützlich ist. Aber zuerst müssen die Eliten unter sich klären, wie die neue Welt aussehen wird.

Zurück in den Versammlungssaal, wo die Elitenrealität stattfindet:

QUESTION: John, just to clarify: Would he like to see whom do the investigation?

MR KIRBY: He didn’t – again, the Secretary is not getting ahead of a process here, but he does think that this is a conversation worth having inside the international community.

Übersetzung:

FRAGE: John, nur zur Klärung: Wen möchte er [Kerry] in der Leitungs der Untersuchung [des Tribunals] sehen?

KIRBY: Er will nicht – noch mal, der Minister will nicht vorgreifen, aber er denkt, dass es ein lohnenswertes Thema für die internationale Gemeinschaft ist.

Sehen Sie? Offiziell will der König nichts unternehmen. Aber so als Diskussion in der „internationalen Gemeinschaft“… Sie verstehen schon, Kerry hat den Einwurf gemacht, damit die Qualitätspresse die virtuelle Zombierealität aufrecht erhalten kann. Und hier müht sich der König ab, seinen Pressebaronen klar zu machen, dass es einen Unterschied gibt zwischen dem, was der König tut und dem, was die Barone den Zombies sagen müssen, was der König tut. Die Pressebarone waren so lange mit der Zombifizierung beschäftigt, dass sie sich selbst angesteckt haben und an die Zombierealität glauben. Jetzt muss der König sie wieder auf den Unterschied zwischen Realität und Zombierealität hinweisen. Und diese Komödie findet öffentlich statt! Aber jenseits der Eliten schaut sich das kaum jemand an! Eine Tragödie ist das. Nun, wir sind hier, um das für einen Moment zu ändern. In diesem Beitrag vergessen wir kurz die Zombierealität und schauen in den Versammlungssaal des Königs, wo die echte politische Realität stattfindet.

Hier, ein Leckerbissen von einem verwirrten Pressebaron:

QUESTION: I think some of the confusion today is that Kerry’s remarks were seen as a change in stance, that it was seen as a stronger statement that he had issued before explicitly calling for a war crimes investigation.

Übersetzung:

FRAGE: Ich denke, die Konfusion ist entstanden, weil Kerrys Äußerungen als Signal verstanden wurden, dass die Einsätze erhöht wurden, dass es ein Signal war, dass die USA bald ein Kriegsverbrechertribunal ausrufen werden.

Sie erinnern sich, dass die Konfrontationspolitik ein Spiel ist, bei dem abwechselnd die Einsätze erhöht wurden, bis eine Seite nicht mehr erhöhen kann. Russland hat erhöht, Russland hat täglich kräftig nachgelegt, wie oben schon dargelegt ist. Die Pressebarone warten darauf, dass die USA ihrerseits erhöhen. Einen Tag nach dem anderen sitzen sie auf der Audienz des Königs und hören überdeutliche Deeskalationssignale, aber sie kapieren es nicht und glauben schon selbst an die Zombierealität, die sie berufsmäßig verbreiten und so warten sie sehnlich darauf, dass der König die Einsätze erhöht. Er muss sie doch erhöhen, nicht wahr?

Das geht die ganze Zeit so weiter. Hier:

QUESTION: But this one where he said 20 dead, 100 wounded – you guys don’t know —

MR KIRBY: I don’t have specific information on that particular event. I told you before, I tried to research that before coming out here. I don’t have any specifics. But that doesn’t eliminate the fact that in this week alone, since Monday, we know of at least two attacks on hospitals and that over the last two weeks almost 400 people have been killed.

Übersetzung:

Aber die 20 Toten und die 100 Verletzten? – Nein, wir haben dazu keine Angaben. Nichts Konkretes. Aber zwei Krankenhäuser haben die Russen zerbombt und 400 Zivilisten getötet.

Verrückt. Kirby behauptet abwechselnd mehrmals, dass Russland Kriegsverbrechen begeht und dass Russland keine Kriegsverbrechen begeht. Das heißt, er sagt ständig, dass Russland Kriegsverbrechen begeht, aber immer wenn er eine winzig-kleine konkrete Bestätigung davon geben soll, sagt er, dass Russland keine Kriegsverbrechen begeht. Und die Pressemeute kapiert es einfach nicht… Es gibt offiziell keine Kriegsverbrechen, aber die Pressebarone sollen die Zombierealität vorerst nicht verändern, in der soll weiter von russischen Kriegsverbrechen gefasselt werden.

Wir bleiben bei dieser Pressekonferenz, sie ist einfach zu köstlich:

QUESTION: — the de Mistura proposal? He suggested that the al-Nusrah and the militants pull out of Aleppo. Would you support something like this, or would you have a mechanism or would you suggest a mechanism to do that?

MR KIRBY: Well, we’ve seen the special envoy’s proposal. We understand the frustration behind it. And what I would say is we’re going to continue to have a healthy conversation with Staffan de Mistura about the way ahead, about trying to get to a ceasefire, to a cessation of hostilities. And what needs to happen, Said, more critically, is that the siege of Aleppo needs to stop.

Übersetzung:

FRAGE: Der Vorschlag von de Mistura? Er hat vorgeschlagen, die Al Nusra Rebellen aus Aleppo raus zu ziehen. Würden Sie etwas in dieser Art unterstützen oder haben Sie einen Mechanismus oder würden Sie einen Mechanismus vorschlagen, um das umzusetzen?

KIRBY: Nun, wir haben den Vorschlag des Sonderbeauftragten vernommen. Wir verstehen die dahinterstehende Frustration. Was ich sagen möchte ist, dass wir weiter einen regen Kontakt zu Staffan de Mistura bezüglich dieser Sache pflegen werden, über den Versuch, eine Waffenruhe zu bewirken. Was jetzt passieren muss, Said, was besonders wichtig ist, ist dass die Belagerung von Aleppo endet.

Spüren Sie die Frustration darüber, dass Terroristen Aleppo verlassen? Unglaublich, es geht darum, Terroristen aus Aleppo rauszukriegen und Kirby redet von Frustration. Den Vorschlag von de Mistura findet der König schlecht. Kirby hat den Vorschlag nicht unterstützt. Er hat gesagt, dass dieser Vorschlag genutzt werden soll, um eine Waffenruhe zu erwirken und die Belagerung von Aleppo zu beenden. Darum geht es. Wie schon oben gesagt wurde, in Aleppo entscheidet sich der Syrien-Krieg. Die USA krallen sich in diese Stadt fest, so fest, dass es ihnen egal ist, dass sie sich dabei offen als Terroristen-Unterstützer entblößen. Sie hoffen einfach darauf, dass ihre Pressebarone das Volk weiter zombifizieren werden und die Menschen die Offenbarungen des Königs im Versammlungssaal nicht mitbekommen.

Wenn man dieses entlarvende Herumgeeiere über Nusra liest, erkennt man erst, wofür Russlands diplomatische Bemühungen zur Anerkennung von Nusra als Terrororganisation nützlich waren. Man überlege sich das mal, Russland musste die USA hartnäckig dazu zwingen, die syrische Al Quadia, die sich Al Nusra nennt, als Terrororganisation anzuerkennen… Die USA haben Nusra als Terrororganisation anerkannt, und jetzt kann jeder, der will, beobachten, wie die USA Terroristen beschützen. Das sind die Schraubzwingen der Lawrow-Diplomatie.

Und jetzt ein letztes Zitat aus dieser Pressekonferenz, der krönende Abschluss:

QUESTION: Taking the temperature again of U.S.-Russian relations, something harkening back to the Cold War era, now the Russians are saying that they’re considering plans to restore military bases in Vietnam and Cuba in light of the improved relations between Vietnam and Cuba with the United States. How do you perceive these potential developments?

MR KIRBY: I would say a couple of things on that. I mean, these – obviously, overseas basing is – those are sovereign decisions that two states need to work out. We have overseas bases. Other – and there are obviously other nations around the world that also possess and hold overseas bases. That’s not uncommon.

I can’t speak for the motivation that might be driving. If, in fact, they are – I’ve seen the press reporting, but if in fact they are pursuing that, that’s – those are decisions, motivations that they need to speak to, not me. There’s – we have obviously good relations with Vietnam, and we’re trying to now get into a position where we can have better relations with Cuba. I mean, the normalization process is only just getting started. There’s a long way to go.

But these are obviously decisions that states need to work out amongst themselves, and there’s no – I mean, depending on the purpose behind it, there’s no great sense of angst here by one nation looking to explore the notion of overseas basing. It really goes to – it really goes to intent, and only they can speak to intent.

Übersetzung:

FRAGE: Kommen wir zurück auf das Fieberthermometer der US-Russischen Beziehungen, was uns an die Ära des Kalten Krieges denken lässt, die Russen sagen, dass sie Pläne haben, Militärbasen in Vietnam und Kuba wieder herzustellen, während sich die Beziehungen der USA zu Vietnam und Kuba verbessert haben. Wie beurteilen Sie diese Entwicklungen?

KIRBY: Ich möchte ein paar Anmerkungen dazu machen. Ich meine, diese – offensichtlich, Stationierung von Militärbasen in Übersee – das sind souveräne Entscheidungen, die zwei Staaten treffen müssen. Wir haben Basen in Übersee. Andere – und es gibt offensichtlich andere Staaten in der Welt, die auch Basen in Übersee haben. Das ist nicht ungewöhnlich.

Ich kann nichts über die Motivation hinter diesen Entscheidungen sagen. Wenn sie – ich habe die Presseberichte gesehen, aber wenn sie das wirklich verfolgen, das – das sind Entscheidungen, Motivationen, über die sie sprechen müssen, nicht ich. Wir haben offensichtlich gute Beziehungen zu Vietnam und wir versuchen gerade in eine Position zu kommen, in der wir bessere Beziehungen zu Kuba haben können. Ich meine, der Normalisierungsprozes hat gerade erst begonnen. Es ist noch ein langer Weg zu gehen.

Aber das sind offensichtlich Entscheidungen, die die Staaten unter sich aushandeln müssen, und es gibt keine – ich meine, in Abhängigkeit von den dahinterstehenden Absichten, es gibt hier kein Gefühl der Angst bei einer Nation, nur weil sie sieht, wie Überseebasen errichtet werden. Es geht wirklich um Absichten, und nur sie können über die Absichten sprechen.

Die Pressebarone warten immer noch auf eine Reaktion des Königs. „König, stimmt es, dass du den Russen vor ein Tribunal zerren willst?“ – „Nein.“ – „Was?! Aber du hast gestern gesagt, dass..“ – „Nein, ihr habt es falsch verstanden.“ – „Äh, wie jetzt?“ – „Es gibt kein Tribunal, aber sagt dem Volk, dass es eins geben könnte.“ – „König?“ – „Ihr habt richtig gehört.“ – „König, der Russe will Militärbasen in unserer Nähe errichten, in Staaten, die uns wohl gesonnen sind. Was sagst du dazu, König?“ – „Alle Staaten sind frei. Sie können Militärbasen errichten, wo sie wollen. Wir haben nichts dagegen, nein.“

Die Offizielle Vertreterin des russischen Außenministeriums Maria Zakharova hat auf Kerrys Zombie-Ansprache schnell reagiert und von „ernsten juristischen Konsequenzen“ gesprochen. [44] Wenn es um Kriegsverbrechen gehe, sollten die USA mit Irak, Libyen und dem Jemen beginnen. Im Klartext: „Wir werden noch sehen, wer vor einem Kriegsverbrechertribunal stehen wird.“

Was die Militärbasen angeht, hat der Kreml es sich nicht nehmen lassen, den König öffentlich zu trollen: So sagte der Pressesprecher des Präsidenten Dmitri Peskow... [45]

„Die internationale Lage – sie ist nicht statisch, sie ist recht beweglich. Sie sehen, was die letzten beiden Jahre alles an erheblichen Korrekturen in die internationalen Angelegenheiten und in das System der internationalen Sicherheit eingebracht haben. Deswegen, natürlich, werten alle Länder diese Änderungen aus, in Übereinstimmung mit ihren nationalen Interessen, und unternehmen dann entsprechende Schritte in der Richtung, die sie für nötig halten“.

Übersetzung von mir.

Herzog Russland demütigt den König. Der Kreml spricht offen darüber, wie die Welt sich umorientiert angesichts der königlichen Schwäche, wie sich die Vasallen des Königs und andere, die es hätten werden können, nach neuen Herren und Freunden umschauen.

Hören wir uns an, was am gleichen Tag der Pressesprecher des Weißen Hauses, MR. SCHULTZ über Russlands neue Militärbasen zu sagen hat: [46]

Q A senior military official in Russia said that the country is considering reestablishing its presence in Cuba and Vietnam, and going back to some of the bases from the Cold War era. Do you have any reaction to that?

MR. SCHULTZ: Toluse, I haven’t seen those comments. Obviously, our relationship with Russia right now is one that remains complicated. Obviously, there are areas where we disagree, and there’s areas where we’ve still been able to put those disagreements aside and work together. Generally speaking, we believe that we can work together when we have joint goals. And unfortunately, in recent times, Russia has not been able to live up to the commitments that they’ve made — whether that’s in Syria, whether that’s in Ukraine, or elsewhere around the world.

So we’ve been disappointed and concerned by Russia not living up to their word, but that something they’re going to have to answer for.

Von den Militärbasen will er noch nichts gehört haben. Mit Russland habe man seine Differenzen, könne anderswo aber auch zusammenarbeiten. Man ist „enttäuscht“ von Russland. Der König ist enttäuscht. Nicht wütend, nicht verärgert, nicht kampfeslustig, nein, der König ist enttäuscht. Der König ist müde.

Am 7. Oktober wird bereits angekündigt [47], was am 8. Oktober in einer UN-Versammlung passieren wird. Frankreich hat die Initiative übernommen und eine Syrien-Resolution vorbereitet. Inhalt: totale Flugverbotszone über Aleppo, Waffenstillstand, Strafen für diejenigen, die die Resolution verletzen. Frankreichs Außenminister Ayrault ist am 6. Oktober extra nach Moskau gereist [48], um bei Lawrow vorstellig zu werden, ist dann in die USA gehetzt, um Lawrows Botschaft an die USA zu überbringen. Kerrys markige Worte, die nur für Zombies gedacht waren, wurden übrigens während Ayraults Besuch bei Kerry abgegeben. Direkt neben dem Vasallen stehend wollte der König ein wenig Stärke für die Zombies demonstrieren, aber was von dieser Stärke im Versammlungssaal des Königs übrig geblieben war, haben wir oben schon durchgekaut.

In Moskau hat Lawrow dem Franzosen gesagt, dass seine Bedingungen nicht akzeptabel sind und dass Russland eine eigene Resolution einbringen wird, wenn Frankreich nicht ein paar Korrekturen vornimmt. Die russische Resolution beinhaltet de Misturas Vorschlag, die Nusra-Terroristen aus Aleppo raus zu lassen und den Aufruf, den US-russischen Syrien-Deal vom 9. September einzuhalten. Frankreich hat nicht nachgebessert und erwartungsgemäß wurden beide Resolutionen mit Veto-Stimmen geblockt [49]. Wozu das französische Theater gut war, zeigte sich am 9. Oktober (wir durchbrechen an dieser Stelle die Chronologie und greifen vor), als der französische Außenminister forderte [50], das Veto-Recht einzuschränken. „Wir waren uns bewusst, was Russland vorhatte, dass es vom Veto-Recht Gebrauch machen wird“, sagte er der Presse. Eine Provokation also. Mit dem Ziel, den US-Wunsch nach einem eingeschränkten Veto-Recht der ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates noch mal vorzutragen. Es ist bemerkenswert, dass ausgerechnet Frankreich so energisch den USA beispringt. Der tiefere Grund für das französische Theater ist vermutlich eine situative Arbeitsteilung der EU 2.0 [51]– Deutschland schmiegt sich an Russland an und Frankreich an die USA. Man muss schließlich beide Seiten besänftigen, damit nicht schlimmeres passiert.

8. Oktober 2016

Der tschechische Präsident sagt am 8. Oktober [52], dass er in Syrien keine gemäßigte Opposition erkennen kann, sondern nur Islamisten-Gruppen. Außerdem sei nur Russland in Syrien legal im Einsatz, auf Einladung der syrischen Regierung. Die USA habe dort niemand eingeladen. Noch ein Vasall rückt vom König ab.

Am 8. Oktober wird vermeldet [53], dass ein US-Senator neue Sanktionen gegen Russland durchsetzen will. Naja. Mit dieser Initiative läuft der Senator schon seit dem 10. Juli herum [54]. Das ist also nichts Neues, da wittert nur jemand seine Chance, die eigene Idee, die schon seit Monaten nicht gutgeheißen wird, doch noch aufleben zu lassen in der derzeit heißen geopolitischen Phase. Was das offizielle Weiße Haus von Sanktionen hält, hatten wir oben schon. Warum reden wir also noch mal über diese Belanglosigkeit? Weil es noch mal zeigt, dass die reale politische Lage im Versammlungssaal des Königs und das Zerrbild, das auf die Bildschirme der Zombies projiziert wird, nichts miteinander zu tun haben. Während der König aktiv gegen antirussische Sanktionen arbeitet, lässt man die Zombies glauben, dass die USA bald – ganz gewiss! – neue Sanktionen gegen Russland verhängen werden.

Russland bestätigt am 8. Oktober die Verlegung von Iskander-Raketen nach Kaliningrad [55]. Das seien mobile Einheiten, die im Rahmen von Übungen ständig in ganz Russland verlegt werden. Kaliningrad sei da keine Ausnahme. Iskander-Raketen haben eine Reichweite von 500 km und sind auf die Zerstötung der feindlichen Luftverteidigung spezialisiert. In Kaliningrad werden sie natürlich auf die neue US-Raketenabwehr gerichtet sein, die in Polen stationiert ist. In Polen ist man besorgt darüber [56]. Russland reagiert damit auch auf die oben erwähnten Militärübungen der USA. Der US-Raketenschild in Osteuropa wird im Fall eines Krieges eine wichtige Rolle spielen. Russland zeigt sich für alles bereit.

10.Oktober 2016

Am 10. Oktober unterschreiben Russland und Türkei den Vertrag zum Bau von Türkisch Stream. [57] Geplant sind zwei Leitungen mit jeweils 15 Milliarden Kubikmeter Leitungskapazität. Eine Leitung ist für die Türkei, die andere für den Weitertransport in die EU, mit Anschluss in Griechenland. Fertigstellung: Ende 2019. Nur zur Erinnerung: Ende 2019 laufen die russischen Gastransitverträge mit der Ukraine aus. Es ist noch kein Jahr her, da schien Türkisch Stream für immer tot. So schnell kann es gehen. So schnell verändert sich gerade die Welt.

Am 10. Oktober fährt das Flaggschiff der 6. US-Flotte ins Schwarze Meer ein. [58] Sowas machen die USA seit 2014 mehrmals jährlich, das ist jetzt also keine besondere Provokation. Aber immerhin ein Lebenszeichen.

Am 10. Oktober wird in Russland die Information geleakt [59], dass Russland mit Ägypten über die Wiedererrichtung der ehemaligen sowjetischen Luftwaffenbasis Sidi Barrani, verhandelt. Als Grund wird die Stabilisierung der nordafrikanischen Region genannt, speziell Libyen. Russland bereitet sich vor, das von den USA hinterlassene Chaos aufzuräumen.

11. Oktober 2016

Am 11. Oktober sagt Putin seine anstehende Visite bei Frankreichs Präsident Hollande ab. [60] Das ist eine lustige Geschichte. Der Besuch wird schon länger vorbereitet, auf dem Programm standen viele Programmpunkte, darunter einiges an Kulturprogramm. Nachdem Frankreich seine Provokation in der UN mit der Syrien-Resolution abgewickelt hat, hat Hollande eine Duftmarke setzen wollen und sämtliches Kulturprogramm von der Tagesordnung gestrichen und nur die Syriengespräche drin gelassen. Russland hat daraufhin das Treffen schulterzuckend abgesagt. Die Duftmarke ist ins Leere gegangen und verpufft jetzt in der Luft. Russland lässt nicht mehr mit sich spielen. Alle Provokationen werden umgehend beantwortet. Hollandes pseudo-Duftmarke war reines Schauspiel, vermutlich sogar mit dem Kreml abgesprochen. Nur als Schauspiel macht dieses Spielchen Sinn. Den Zombies zeigen, dass der König nicht allein ist, das war der Zweck der Übung. Im Verammlungssaal des Königs herrscht eine andere Realität, eine absolut unzweideutige Realität.

Am 11. Oktober gibt es nach der Wochenendpause endlich wieder eine Pressekonferenz des US-Außenministeriums. [61]

Gleich am Anfang wird es witzig:

MR KIRBY: Afternoon. I have nothing at the top.

QUESTION: Really?

MR KIRBY: Really. Happy Tuesday.

QUESTION: No big announcements, huh?

MR KIRBY: No big announcements.

Kirby hat nach dem Wochenende keine Ansagen zu machen. „Wirklich?“, fragt ein Journalist ungläubig. Die Pressebarone des Königs haben erwartet, dass der König das Wochenende genutzt hat, um zum großen Schlag auszuholen und Russland endlich die Fresse zu polieren. Aber… „Keine großen Ankündigungen“, wie Kirby sagt.

Mehr möchte ich aus dieser Pressekonferenz nicht zitieren. Die USA krallen sich weiter an Aleppo fest und Kirby bringt die Welt mit der Anwendung von US-Logik zum lachen. Wir hatten das alles schon zur Genüge in diesem Beitrag.

12. Oktober 2016

Am 12. Oktober testet Russland im Rahmen von Militärübungen drei Interkontinentalraketen. Eine wird vom Land abgefeuert, zwei von U-Booten aus. [62] Das US-Militär hat die Antwort auf den Abwurf ihrer Raketenattrappen bekommen.

Am 12. Oktober gibt der König wieder eine Audienz für seine Pressebarone (Pressekonferenz des US-Außenministeriums). [63] An diesem Tag ist die Hoffnung aus den Fragen der Pressebarone verschwunden. Sie beißen den König mit den Worten: „Bist du schwach? Du bist schwach, König!“ An diesem Tag beobachten wir den Bruch im Lager des Königs. Die Pressebarone erwarten nicht mehr, dass der König noch mal Stärke zeigt. Und der König zeigt auch keine Stärke. Kirby bietet ein jämmerliches Schauspiel. Er ist nicht darum zu beneiden, den gefallenen König als noch stehend mimen zu müssen. Es gelingt nicht. Lesen Sie selbst, wenn Sie mögen. Der König ist gefallen.

Abschließen möchte ich diese sehr umfassend gewordene Rundschau mit dem, was Lawrow am 9. Oktober gesagt hat (offizielle Übersetzung des russischen Außenministeriums): [64]

Frage: Sie erwähnten, die Amerikaner fühlen sich gekränkt. Aber wie ist die Natur dieser Gekränktheit? Denn Amerika ist nach Auffassung vieler Menschen zwar ein scheidender Hegemon, aber immerhin Hegemon. Sie sind wirtschaftlich und militärisch unheimlich stark. Warum fühlen sie sich denn gekränkt?

Sergej Lawrow: Da könnte es etwas Persönliches geben. Irgendein Politiker kann ein inneres Gefühl haben, dass Amerika etwas falsch macht oder versucht, alles richtig zu machen, schafft das aber nicht. Dann entsteht das Gefühl, dass die eigene Allmächtigkeit allmählich verschwindet. Das kann ich verstehen – das ist ein schmerzhafter Prozess. Der Westen hatte immerhin jahrhundertelang die Welt beherrscht. Zwar gab es die Sowjetunion, aber das war aus historischer Sicht eine relativ kurzfristige Episode. Zwar geografisch ziemlich verbreitet auf dem europäischen Kontinent und in einigen anderen Teilen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas, aber das war eine geschlossene Welt, die vom globalen Prozess isoliert blieb. Dann war diese Anomalie (dass wir eine geschlossene Gesellschaft waren, war immerhin anomal) vorbei, und alle dachten, jetzt wäre Russland kleiner geworden und würde jetzt seine „natürliche“ Größe haben, und alles würde wieder „normal“ sein. Der Westen würde seine Regeln bestimmen, wie das seit dem 16. bzw. 17. Jahrhundert typisch war, und die ganze Welt würde ihm gehorchen. Doch der Westen lag damit falsch. Möglicherweise glaubte man einfach, Russland würde nach dem Jahr 1992 quasi ihm gehören, doch das war nicht so. Wir wollten, dass unser Land selbstständig wird und ein würdiges Leben führt, so dass wir darauf stolz sein können. Wie Präsident Putin vor einigen Tagen in der Staatsduma sagte, ist unser Land berechtigt, stark zu sein ohne aber das Recht anderer Länder abzuerkennen, stark zu sein, und ohne anderen zu sagen, wie sie sich zu benehmen haben.

Eine interessante Darlegung. Und ein klares Signal. Ein sehr klares Signal. Lawrow ist ein Spitzendiplomat, der in der Wahl seiner Worte nichts dem Zufall überlässt. Die unipolare Welt mit dem Westen an der Spitze ist Geschichte. Und zwar so richtig Geschichte. Nicht so wie mit der Sowjetunion, als diese unabhängig vom Westen, aber abgekapselt von der Welt war. Jetzt hat sich Russland unabhängig gemacht und hat sich dabei nicht isolieren lassen. Damit ist ein zweiter Pol entstanden, den der Westen nicht verrücken kann. Und Lawrow kündigt gleich an, dass Russland nicht vor hat, den Platz des gefallenen Königs einzunehmen. Russland bittet die Welt an einen runden Tisch, an dem mehrere starke Partner sitzen, die einander keine Befehle erteilen. Das ist die multipolare Welt. Herzog Russland hat sie offiziell verkündet.

Wir haben uns die Geburtsstunde der multipolaren Welt angeschaut, indem wir uns der Zombiepropaganda entzogen und direkt in den Versammlungssaal des Königs geschaut haben. Wir haben den Sturz des Königs und die Geburt der multipolaren Welt gesehen. Die Geburtsstunde ist nicht der Anfang. Wenn ein Kind geboren wird, hat es bereits eine Entwicklung im Leib der Mutter durchlaufen. Es ist dort gewachsen, es hat sich schon bewegt und diese Bewegungen waren von außen mit bloßem Auge sichtbar. So auch in der Weltpolitik. Russlands Rückkehr auf die politische Bühne und der Übergang von der US-Hegemonie zur moltipolaren Welt kündigten sich seit Jahren an. Mit der Geburt ist auch nichts beendet. Ganz im Gegenteil, jetzt beginnt eine lange Entwicklung, in der das Neugeborene wächst und seine Persönlichkeit entfaltet. Diese Entwicklung steht uns bevor und sie kann unterschiedlich verlaufen. Wir werden Schreie, blaue Flecken, abgeschürfte Knie und ab und zu auch gebrochene Knochen erleben. Und wir können nicht wissen, wie die Welt in 50 Jahren aussehen wird, welche Persönlichkeit sie haben wird. Es hängt stark davon ab, wie wir das Kind erziehen. Auf uns wartet tägliche, mühsame Arbeit, von der abhängen wird, was aus unserer neugeborenen multipolaren Welt wird.

Herzlich willkommen in der multipolaren Welt.

___________

Nachtrag, 13.10.2016:

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Der König hat sich nicht in Luft aufgelöst. Er ist noch immer da und er hat noch immer sein Schwert. Er ist nicht mehr stark genug, um König zu sein, aber er ist stark genug, um ein großes Blutbad anzurichten. Die Weltgemeinschaft muss zusehen, dass sie den König ganz schnell an den runden Tisch setzt. Auf keinen Fall darf man den König jetzt allein lassen mit seiner Depression. Deswegen schätze ich Hollandes Manöver als sehr wichtig ein. So muss das auch weitergehen, bis der König mit allen am Tisch sitzt und in die neue Weltordnung einwilligt, die auch erst ausverhandelt werden will. Russland hat die heißen Themen bereits auf den Verhandlungstisch gelegt.

Wir sind nicht in einer Phase der Stabilität angelangt, noch gar nicht. Im Gegensatz, die Welt ist jetzt besonders instabil, nachdem die alte Ordnung eingestürzt ist und die neue noch nicht da ist. Das ist die gefährlichste Zeit.

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Anmerkungen

Weiterführender Artikel von Analitik, der die Analysemethode dieses Artikels zu stützen scheint: Stimmen des gefallenen Königs

Eine Anmerkung zu "Stimmen des gefallenen Königs" von dragaoNordestino:

Alleine auf die Stimme der FP, sollte man sich meiner Meinung nach nicht verlassen. Eine andere elitäre Stimme, nämlich die von Foreign Affairs, September/Oktober 2016, sagt etwas anderes…. fast das Gegenteil von FP. Jedoch ist es richtig, wie "Analitik" meint, dass der Artikel der "Foreign Affairs", eben vor dem 9. Oktober verfasst wurde... und somit vor dem Sturz des Hegemons war.

Man hat jedoch trotzdem den Eindruck, dass in den USA ein Machtkampf stattfindet, den ich persönlich zwischen dem US-„Tiefenstaat“ (militärisch industrieller Komplex, CIA, Teile der Wallstreat, Silicon Valley) und dem offiziellen Washington (Verammlungssaal des Königs) ansiedle.

US-Hegemonie / Erhaltung der Überlegenheit / Zur Verteidigungsstrategie der nächsten US-Regierung (september-Oktober Ausgabe / Foreign Affairs)

US-Tiefenstaat / US-Schreckensimperium

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Ein weiterer Baustein zur Richtigkeit der Analyse "multipolare Weltordnung" ist aufgetaucht. "Analitik" beschreibt dies in seinem Artikel: Noch mehr Stimmen des gefallenen Königs

RAND, einer der bedeutendsten Think Tanks in den USA, hat am 19. Oktober eine Studie veröffentlicht: Understanding the Current International Order. [65] Der Zeitpunkt ist wie immer in dieser Übergangsphase wichtig.

Die Studie selbst ist eine größere und wurde nicht erst diesen oder letzten Monat begonnen, sondern läuft schon ein Jahr, vielleicht sogar länger, und ist Teil eines größeren Projekts. Aufgabe der Studie ist es, die Weltordnung präzise zu erfassen, um darauf aufbauend den Nutzen der Weltordnung für die USA zu analysieren und herauszuarbeiten, wie die Weltordnung in Zukunft zu gestalten ist, um den Herausforderungen der moltipolaren Welt gerecht zu werden und den USA weiter möglichst viel Nutzen zu bringen.

Im Hintergrund laufen also schon längst die Vorbereitungen für die Umstellung der USA auf die multipolare Welt. Offenbar wurden die Autoren etwas davon überrascht, wie schnell das ging. Die RAND Analyse läuft noch, aber nach den dramatischen Ereignissen des Oktoberanfangs hat sich RAND beeilt, das zu veröffentlichen, was schon da war, um die Verwirrung der US-Denker abzufangen, eine Orientierung zu geben und vor allem, um den Denkern schnell klare Aufgaben zu geben

Anmerkung dragaoNordestino:

In den beiden nachfolgenden PDF's kann jeder der will, die Randstudien vom 19.10.2016 nachlesen.

RAND_Building a Sustainable International Order

RAND_American Grand Strategy and the Liberal Order

Auszug aus den Studien:

These findings point to the following leading questions for further research-questions that must inform U.S. policy toward international order:

  1. What forms of order are most important to U.S. interests and international stability?
  2. How effective has the postwar order been at promoting U.S. interests, as well as its larger goals?
  3. Is the order healthy, and how would we know?
  4. What are other states’ policies and perspectives toward the order, and what are the right criteria to measure or evaluate them?
  5. Where are the most important areas of alignment, and contestation, between and among the great powers on elements of order?
  6. Just what is U.S. strategy trying to preserve, and against what? What should be the focus of U.S. policy? In particular, is the “liberal” character of the current order indispensable?
  7. What are the major options for joining order and U.S. grand strategy?
  8. What policies could the United States adopt in service of the different options?

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Nochmals vielen Dank an Analitik, für diese ausserordentlich erhellende Analyse. Für alle die in Zukunft nähere Erklärungen für Vorkommnisse wünschen ist diese, Analitik's Analysemethode, bestimmt ein hilfreiches Instrument unerklärliches, ins helle Tageslicht zu rücken.

dragaoNordestino

[0] Analitik

[1] Syrien: Die Masken sind gefallen

[2] Zakharov: Wir kommen zu dem schrecklichen Schluss - die USA schützt / verteidigt den IS (islamischen Staat)

[3] Gefährliche Eskalation: US-Luftwaffe greift Syrische Armee an

[4] Terroristischer Operationsraum Izzat Dera mit Marschflugkörpern beschossen

[5] Atomwaffen haben die Regeln des Krieges verändert

[6] Interview mit Al Nusra-Kommandeur „Die Amerikaner stehen auf unserer Seite“

[7] Moskau weist Verantwortung für Angriff auf UN-Konvoi von sich

[8] 'First Strike' Nuclear Doctrine Won't Change: Carter

[9] USA droht Russland - "Terroristen werden russische Interessen und vieleicht sogar russische Städte angreifen"

[10] Wladimir Putin stellt USA Ultimatum

[11] asozd.duma.gov.ru

[12] Putin entlässt Prschewalski-Pferde in die Freiheit

[13] Vladimir Putin Exits Nuclear Security Pact, Citing ‘Hostile Actions’ by U.S.

[14] Putin's Ultimatum to the Next U.S. President

[15] Erklärung des russischen Außenministeriums über die Lage in Venezuela

[16] Rose Gottemoeller: U.S. would very much like consult with Russia on how to irreversibly dispose of plutonium

[17] Remarks on the Transatlantic Relationship / Kerry, Brussels, Belgium, October 4, 2016

[18] Erdogans Kniefall und die Kriegserklärung des Westens

[19] Mark C. Toner / Deputy Spokesperson / Daily Press Briefing / Washington, DC / October 4, 2016

[20] Kommentar und Information der Presseabteilung des russischen Außenministeriums, im Zusammenhang mit dem Dekret der russischen Regierung das Abkommen mit den Vereinigten Staaten über die Zusammenarbeit in der Forschung und Entwicklung in den Kern und Energiesektor im Jahr 2013 auszusetzen. (05.10.2016)

[21] Kommentar von russischen MFA Informations- und Presseabteilung im Bezug auf die Regierungsentscheidung der Russischen Föderation zur Beendigung des Abkommens, zwischen der State Corporation "Rosatom" und das US Department of Energy über die Zusammenarbeit in der Forschung Möglichkeiten der Umwandlung der russischen Forschungsreaktoren im Jahr 2010 niedrig angereichertem Uranbrennstoff zu verwenden. (05.10.2016)

[22] Zum Telefongespräch des Außenministers Russlands, Sergej Lawrow, mit dem Außenminister der USA, John Kerry (05.10.2016)

[23] Mark C. Toner / Deputy Spokesperson / Daily Press Briefing / Washington, DC / October 5, 2016

[24] Security Council / Resolution 2254 (2015) / PDF

[25] Das Projekt des Neuen Nahen-und-Mittleren-Osten / Der Yinon-Plan: Ordnung aus dem Chaos…

[26] Army Chief Issues Stark Warning to Potential Enemies

[27] Presseinformation des offiziellen Vertreters des russischen Ministeriums für Verteidigung (6. Oktober 2016)

[28] John Kirby / Spokesperson / Daily Press Briefing / Washington, DC / October 6, 2016

[29] UN-Syriengesandter ruft Dschihadisten zu Verlassen Aleppos auf

[30] White House working to weaken Syria sanctions bill for Russia and Iran

[31] All-russischen Übungen auf groß angelegte Aktion 40 Millionen Menschen beteiligen sich in Notfällen

[32] Russia Warns Any Strikes On Assad’s Forces Will Be Considered An Attack On Russia (10/06/2016)

[33] Pentagon Refuses To Bend To Russian Threats, Will Continue Air Strikes In Syria (10/06/2016)

[34] NNSA and Air Force conduct two successful joint flight tests (Thursday, October 6, 2016)

[35] Tornado-Defekt: Bundeswehr stoppt Flugbetrieb in Incirlik

[36] Wenn es um Verhandlungen mit Russland ginge, wäre der Widerstand geringer, sagt die Kanzlerin.

[37] “Europa wird vor den USA nicht in die Knie gehen, wir werden die Prinzipien, die Europa zum Erfolg geführt haben, nicht in den Wind schlagen”, so Juncker bei einem Treffen in Paris. “Doch wir sollten uns auch nicht vom Rest der Welt abschneiden.”

[38] Russian MoD pondering re-launch of military bases in Cuba and Vietnam – Deputy Defense Minister

[39] Sechs-Meter - Denkmal für Hugo Chavez, erstellt von russischen Bildhauer Sergej Kazantsev, wurde am Freitag in Sabaneta eingeweiht

[40] Venezuela creates Hugo Chavez peace prize, awards to Russia's Putin

[41] Ein Telefongespräch zwischen dem Außenminister der Russischen Föderation Sergej Lawrow mit dem OSZE-Vorsitzenden, der Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier 07.10.2016

[42] John Kirby / Sprecher / Daily Press Briefing / Washington, D.C / 7. Oktober 2016

[43] John Kerry Calls for War Crimes Investigation of Russia and Assad Government

[44] Zakharova warnt Kerry vor den rechtlichen Konsequenzen seiner Aussagen (7. OKTOBER 16.20)

[45] Der Kreml erklärte die mögliche Rückkehr von Militärbasen in Kuba und Vietnam

[46] Press Gaggle by Principal Deputy Press Secretary Eric Schultz en route Chicago

[47] In Russland gab es eine Abstimmung um im UN-Sicherheitsrat einen alternativen Entwurf einer Resolution über Syrien ein zu bringen

[48] France's Ayrault travels to Russia, U.S. to push Syria U.N. resolution

[49] "Der Austausch von Vetos" im UN-Sicherheitsrat haben die beiden Resolutionsentwürfe zu Syrien blockiert

[50] Eyraud fordert nach einer UN-Sicherheitsrat Abstimmung über Syrien erneut, das Vetorecht zu beschränken

[51] Die Pläne für eine neue EU – 2

[52] Der tschechische Präsident sagte, dass es keine so genannten syrischen gemäßigten Opposition

[53] US-Senator Cory Gardner will Russland wegen Hackerangriffen sanktionieren

[54] Gardner To Introduce Legislation to Impose Sweeping Cyber Sanctions on Russia (Juli 2016)

[55] Russlands Verteidigungsministerium hat den Transfer von "Iskander" in Kaliningrad bestätigt

[56] Polen besorgt über die Umschichtung von "Iskander" nach Kaliningrad

[57] Russland und der Türkei unterzeichnet ein Regierungsabkommen über den Bau der Gaspipeline "Türkisch Stream".

[58] Das Flaggschiff der 6. Flotte der US-Marine läuft ins Schwarze Meer ein

[59] Moskau und Kairo sind in Gesprächen Luftwaffenbasis in Sidi Barrani wiederherzustellen

[60] Putin hat einen Besuch in Paris abgesagt

[61] John Kirby / Spokesperson / Daily Press Briefing / Washington, DC / October 11, 2016

[62] Russland startete erfolgreich drei interkontinentale ballistische Raketen (12.10.2016)

[63] John Kirby / Spokesperson / Daily Press Briefing / Washington, DC / October 12, 2016

[64] Interview mit dem russischen Außenministers Sergej Lawrow (09.10.2016)

[65] Understanding the Current International Order




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US-Hegemonie

Erhaltung der Überlegenheit Zur Verteidigungsstrategie der nächsten US-Regierung

Foreign Affairs, das führende aussenpolitische Magazin der USA, lässt jetzt schon über die "Verteidigungspolitik" der nächsten US-Regierung nachdenken.

Von Mac Thornberry und
Andrew F. II Krepinevich

Foreign Affairs, September/Oktober 2016

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Brasilien

Bananenrepublik oder Opfer der global-monopolistischen US-Hegemonie

Parlamentarischer Putsch gegen Brasiliens Präsidentin Dilma Rouseff (2016)

Eine Analyse

von dragaoNordestino

10.09.2016

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Ein Kreditgeldsystem

ist kein
Spargeldsystem
und auch kein
Spekulationsgeldsystem

Was ist dran an der Zinskritik und was eigentlich ist der ausschlaggebende Systemfehler, welcher unser Kreditgeldsystem an den Anschlag bringt.

von dragaoNordestino

01.09.2016

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Vollgeld

Eine kritische Betrachtung

Juhu wir wollen Vollgeld...Vollgeld löst fast alle unsere Problem... so und mit vielen weiteren Versprechungen, wird die Idee des Vollgeldes unter die Leute gebracht, nur...
stimmt dies alles auch.?

von dragaoNordestino

17.02.2016

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US-Tiefenstaat / US-SchreckensImperium

Im letzten Jahrzehnt ist mehr und mehr offensichtlich geworden, dass wir in den USA heute so etwas wie "zwei Regierungen" haben. Die eine, die den Menschen vertraut ist, die mehr oder weniger offen betrieben wird...... die andere eine parallele geheime Regierung, deren Teile sich in weniger als einem Jahrzehnt in ein eigenes riesiges, weitläufiges Universum aufgebläht haben....

dieser Artikel versucht etwas Licht in dieses unangenehme Phänomen zu bringen....

von dragaoNordestino

13.10.2014

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Wo kommen eigentlich die radikalen Islamisten her

Wo kommt den der ganze radikal islamische Wahnsinn her.? Dieser fiel ja nicht einfach vom Himmel....oder etwa doch.?

Die Antwort ist ein glasklares "NEIN"

Der radikale Islamismus wurde von interessierten Kreisen, in den 1980er Jahren aus geopolitischen Macht- und EnergieGier Spielen erfunden und bis heute ausgebaut. Er ist ein Werkzeug in den Händen einer völlig dekadenten und korrupten Politdarsteller Szene des anglo-amerikanischen Imperiums.

Von dragaoNordestino
9. September 2014

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Ukraine:
Wird Russland in den Krieg ziehen

Ist anzunehmen dass Russland im Bezug auf den, in der Ostukraine aufmarschierenden Faschisten-Mob aus Kiew, etwas völlig unlogisches und unmenschliches tun würde....nämlich NICHTS.? Wohl kaum..... Russland wird reagieren, reagieren müssen....auch wenn dies Krieg gegen den Westen bedeutet.

Von dragaoNordestino
11. April 2014

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Rede des russischen Präsidenten Wladimir Putin am 18. März 2014

im Kreml vor Abgeordneten der Staatsduma, vor Mitgliedern des Föderationsrats, Gouverneuren des Landes und Vertretern der Zivilgesellschaft bezüglich der Bitte der Republik Krim und der Stadt Sewastopol um Aufnahme in den Bestand der Russischen Föderation

20. März 2014

Ein muss für jeden der verstehen möchte was da eigentlich abgeht. Ausserordentlich erhellend.

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Sanktionen gegen Russland

16. März 2014

Die russische Überraschung, für einen an Naivität, kaum mehr zu überbietenden Westen

HA-HA-HA-HA-HA
Putin öffnet die letzte Babuschka
was kommt zum Vorschein, Arseni Yatsenyuk und der westliche Zahltag. Man könnte sich krumm lachen, wenn es nicht so ernst wäre.

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Ukraine....Gefährlich irrlichtendes geopolitisches Schach des US Imperialismus

Autor: dragaoNordestino
5. März 2014

Was wird die russische Föderation nun tun.? Stehen wir am Anfang des Countdowns zum 3. Weltkrieg

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Aufruf zur Revolte

von Konstantin Wecker
&
Prinz Chaos II.
25.11.2013

Ein packendes und aufklärendes Manifest. Ein Glücksfall für die Gesellschaft der "Ahnungslosen.?", dass es noch solche politisch-engagierten Künstler gibt.
Aufruf zur Revolte ist ein, die reale Wirklichkeit beschreibendes Manifest, ohne klugscheisserischen Zeigefinger. Wohl aber mit vielen klugen Fragen und einem Finger auf etliche völlig dekadenter Realitäten, unserer in grenzenlose Perversion, abgleitenden Gesellschaft.

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Grundsätzliches zur
Geisterdebatte
über das Kreditgeld System

von dragaoNordestino
18.11.2013

Bei der Diskussion um Buchgeld und dessen Schöpfung gibt es so manches zu debattieren, zu Recht wie mir scheint. Jedoch sollte man sich dabei nicht, auf polemisch aufgeblasenes Glatteis begeben....vor allem dann nicht, wenn man dazu beitragen möchte, das sich etwas bewegt in der Sache.

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Merkel's Raubzug

von dragaoNordestino
1.11.2013

Wie Deutschland die europäische Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) gegen die Wand fährt und damit systematisch zerstört

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Syrien und das bis auf die Knochen blamierte angelsächsische Schatten-Imperium

von dragaoNordestino
17.09.2013

Viele Amerikaner und Menschen aller Herren Länder haben die Lügen, die Dauerintrigen, politischen Winkelzüge, die erstunkenen und erlogenen "Beweise" zur Legitimierung von Kriegsverbrechen und Massenmord, die Endlospropaganda, die mit krimineller Energie stets neu aufgeladene, unermüdliche Kriegshetze gründlich satt.

Kein Selbstdenkender Mensch kann angesichts der geistlosen Kriegstrommelei, der die zivilisatorischen Werte, auf die man sich doch so viel einbildet, geradezu ad absurdum führt, gutheissen.

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Syrien, Zentrum des Gases im Nahost-Krieg

von Imad Fawzi Shueibi
28.08.2013

Der mediale- und militärische Angriff gegen Syrien betrifft direkt den Welt-Wettbewerb für Energie, erklärt Professor Imad Shueibi in einem meisterhaften Artikel, den ich weiter verbreiten möchte.

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USA und ROM:
Aufstieg und Niedergang zweier Grossmächte im Vergleich

von Michael Lobe
17.08.2013

Eine erhellende
Analyse, die aus inneramerikanischer und europäischer Perspektive die USA mit dem alten Rom vergleicht

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Syrien - Naher Osten - Eurasien und die agressive Hilflosigkeit einer psychotischen Supermacht

von Roland Hoffmann
6. August 2013

Eine detailierte Analyse der geopolitischen Gegenwart und eine Studie über den Versuch der USA, die Monopolare Weltordnung durch Kriege zu erhalten...ja weiter aus zu bauen.

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2013:
Schöne neue Welt

Von Chris Hedges
28. Juli 2013

Eine hervorrragende Gegenüberstellung von Prognose, Analyse und Ist-Zustand.

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Die Lügengeschichte über den angeblichen Chemiewaffen-Einsatz Syriens

von Stephen Lendman
Global Research,
30. Juni 2013

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Doppelmoral
oder
Schwerstverbrechen.....
die westliche Wertegemeinschaft am Anschlag

von dragaoNordestino
13. Juni 2013

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Globalisierung

Die lange Geschichte der
"Neuen Weltordnung"

von Pierre Hillard
31. Mai 2013

Die Europäische Union nur eine Komponente eines umfassenden Programms, das zur Entstehung von Kontinentalblöcken mit jeweils seiner Währung, seiner Staatsbürgerschaft, seinem gemeinsamen Parlament usw. führt. Alle diese Blöcke zusammen sollen eine globale Gouvernanz darstellen.

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Die Wirtschaft neu denken und entsprechend umgestalten

von Hans-Peter Studer
(11. Mai 2013)

Allzu starr sind die eingeimpften Denkkonstrukte. Für wirkliche Veränderungen braucht es jedoch zuallererst ein breit getragenes, die Veränderung beförderndes Bewusstsein als Grundlage!

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Geldsystem

Beelzebub´s Triumph – Eine Tragödie in mehreren Akten

von Susanne Kablitz
(27.04.2013)

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Störsender TV

Eine Spielwiese für Störenfriede, die sich nicht abfinden wollen
das ist der Störsender.

wird laufend weitergeführt
(03.April 2013)

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Eine Reihe von Beiträgen zur globalen Situation
Anfangs des 2. Jahrzehnts
des 21. Jahrhunderts

aus der Sicht Russlands

von Fjodor Lukjanow
Chefredakteur der Zeitschrift "Russia in Global Affairs".

30. März 2013

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Pathokratie

Sind unsere westlichen Demokratien in Wahrheit gut getarnte, von Sozio- und Psychopathen übernommene Pathokratien.?
(24. März 2013)

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kreativen Sozialismus

Marktwirtschaft ohne Kapitalismus und Sozialismus ohne Planwirtschaft

Gespräch mit Sahra Wagenknecht
(21.03.2013)

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Beppe Grillo und das Programm der 5 Sterne Bewegung in Italien

Werden die etablierten Volkszertretter das Volk zu respektieren lernen, oder müssen diese erst völlig abgeschafft werden.?
(10.03.2013)

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Europa- und Europolitik sind vernunft- und rechtswidrig

Interview mit
Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider.
(22. Februar 2013)

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Der Existenzkrampf Israels
ist Deutschlands Achillesverse

von Yavuz Özoguz
(21. Februar 2013)

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Soziale Infrastruktur
für ALLE

Was wir brauchen, ist eine
andere Sozialpolitik
(19. Februar 2013)

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Bedingungsloses
Grundeinkommen

ein troianisches Pferd des Neoliberalismus..?
(13. Februar 2013)

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